Tibeterin stirbt nach Selbstverbrennung

23. Dezember 2014, 13:12
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20-jährige Nomadin protestierte gegen Chinas Ethnienpolitik

Lhasa - Im Südwesten Chinas hat sich eine Tibeterin laut Medienberichten aus Protest gegen die Politik Pekings angezündet. Die 20-jährige Frau sei ihren schweren Verletzungen erlegen, meldete der US-Rundfunksender Radio Free Asia (RFA) am Dienstag unter Berufung auf örtliche Quellen.

Demnach lebte die Tibeterin mit ihren Eltern als Nomadin. Sie zündete sich im Distrikt Aba in der von vielen Tibetern bewohnten Provinz Sichuan im Himalaya an. Laut RFA wurde der Bruder der jungen Frau nach der Selbstverbrennung von der Polizei abgeführt.

Selbstverbrennung bereits zuvor im selben Dorf

Es war bereits die zweite tödliche Protestaktion in diesem Monat in demselben Dorf, wie die Aktivistengruppe International Campaign for Tibet (ICT) erklärte. Demnach hatte sich zuvor schon ein Vater von zwei Kindern angezündet und war gestorben.

Seit 2009 haben sich mehr als 130 Tibeter aus Protest gegen die chinesische Politik angezündet, die meisten von ihnen überlebten nicht, wie aus einer Zählung von RFA und ICT hervorgeht. Die Tibeter klagen über religiöse Unterdrückung und angesichts des zunehmenden Zuzugs von Han-Chinesen über soziale Marginalisierung in ihrer Heimat. Das geistliche Oberhaupt der Tibeter, der Dalai Lama, lebt seit einem gescheiterten Volksaufstand in Tibet 1959 im indischen Exil. (APA, 23.12.2014)

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