Russland stockte Goldreserven erneut auf

23. Dezember 2014, 11:03
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Bestände der Zentralbank stiegen um 18,7 auf 1.187,4 Tonnen - Russlands Konzerne müssen Rubel mit Devisenverkauf stützen

Moskau - Russland hat seine Goldreserven im November den achten Monat in Folge aufgestockt. Die Bestände der Zentralbank seien um 18,7 auf 1187,4 Tonnen gestiegen, teilte der Internationale Währungsfonds (IWF) heute, Dienstag, mit.

Russland hat weltweit die fünftgrößten Reserven des Edelmetalls. Ein Grund für den erneuten Anstieg sind die westlichen Sanktionen gegen Russland wegen dessen Rolle in der Ukraine-Krise. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, kauft die russische Zentralbank die Produktion der heimischen Minen auf, weil diese auf dem Weltmarkt kaum Abnehmer für ihr Gold finden.

Russlands Konzerne müssen Rubel mit Devisenverkauf stützen

Zur Stützung des Rubels greift die russische Regierung indes einer Zeitung zufolge auf die Devisenreserven der Staatskonzerne zurück. Ministerpräsident Dmitri Medwedew habe per Dekret die Unternehmen angewiesen, einen Teil ihrer ausländischen Geldreserven zu verkaufen, berichtete "Kommersant" heute, Dienstag, unter Berufung auf Insider.

In den kommenden zwei Monaten könnten die Unternehmen auf diese Weise insgesamt etwa 1 Mrd. US-Dollar (815,73 Mio. Euro) pro Tag in den Markt pumpen. Betroffen seien unter anderem die Energie-Konzerne Gazprom und Rosneft.

Die Zentralbank kündigte in einer Erklärung Gespräche mit Exportunternehmen über eine Stabilisierung des Devisenmarkts an. Regelmäßige Verkäufe ausländischer Währungen über das Jahr hinweg seien auch im Interesse der Konzerne, hieß es. Regierungsvertreter waren für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Nach dem Zeitungsbericht stieg der Rubel im Handelsverlauf auf 52,88 Rubel (0,77 Euro) zum Dollar, der höchste Stand seit Anfang Dezember. Die russische Landeswährung steht wegen der westlichen Sanktionen und des vergleichsweise niedrigen Ölpreises massiv unter Druck und hatte zeitweilig 80 Rubel zum Dollar erreicht. (APA, 23.12.2014)

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