Sony droht mit Klage: Twitter soll Hack-Leaks löschen

23. Dezember 2014, 09:48
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Nutzer hatte Screenshots mit internen E-Mails von Sony veröffentlicht

Sony Pictures droht Twitter mit einer Klage, sollten Tweets mit geleakten Informationen nicht gelöscht werden. Das Unternehmen wurde Ende November Ziel einer massiven Hackerattacke im Zuge derer nun zahlreiche interne Daten veröffentlicht wurden. Dazu gehören etwa noch nicht veröffentlichte Filme und E-Mails.

Sony will Twitter zur Verantwortung ziehen

Das Schreiben von Sony-Anwalt David Boies an Twitters Chef der Rechtsabteilung, Vijaya Gadde, liegt dem Vice-Blog Motherboard vor. Ein Sprecher bestätigte dem Blog die Echtheit des Briefes. Darin wird mit einer Klage gedroht, sofern "gestohlene Informationen weiterhin über Twitter verbreitet werden". Sony werde Twitter dafür verantwortlich machen, sollte aus der Veröffentlichung irgendein Schaden entstehen.

Konkret richtet sich das Schreiben gegen den Nutzer Val Broeksmit (@bikinirobotarmy), der Screenshots gehackter E-Mails verbreitet hatte. Sony fordert Twitter nun auf, den Account zu löschen, ebenso wie alle Kopien der gestohlenen Inhalte. Das Unternehmen solle sicherstellen, dass es zu keinen weiteren Veröffentlichungen komme. Eine Kopie des Schreibens wurde Broeksmit von Twitter zugestellt.

Nutzungsbedingungen

In den Nutzungsbedingungen von Twitter heißt es, dass man keine "privaten und vertraulichen Informationen anderer Personen veröffentlichen oder posten" dürfe, sofern diese es nicht ausdrücklich erlaubt hätten. In den veröffentlichten Screenshots wurden einige Namen und E-Mail-Adressen geschwärzt. Auch auf "eindeutige und vollständige Hinweise von vorgeblichen Urheberrechtsverletzungen" werde reagiert. Sony scheint jedoch keine DMCA-Eingaben hinsichtlich einer Urheberrechtsverletzung getätigt zu haben.

Der Account und die Tweets mit den Screenshots waren Dienstagvormittag vorerst noch online. (red, derStandard.at, 23.12.2014)

  • Sony Pictures geht gegen Veröffentlichungen interner E-Mails auf Twitter vor.
    foto: ap photo/damian dovarganes

    Sony Pictures geht gegen Veröffentlichungen interner E-Mails auf Twitter vor.

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