Washington: Nordkorea soll Sony Entschädigung zahlen

17. Mai 2015, 12:19
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USA fordern von Nordkorea Bekenntnis zu Cyber-Attacke

Nordkorea soll nach Ansicht der US-Regierung für die Hacker-Attacke auf Sony an das Film-Unternehmen Sony Pictures Entschädigung zahlen. "Wenn sie hier behilflich sein wollen, dann sollten sie ihre Schuld eingestehen und Sony entschädigen", sagte die Vize-Außenamtssprecherin der USA, Marie Harf, am Montag vor Journalisten in Washington.

US-Präsident Barack Obama hatte am Sonntag dem Nachrichtensender CNN gesagt, Nordkorea solle wegen der Hacker-Attacke auf Sony möglicherweise nach sechs Jahren wieder auf die Liste der Terrorunterstützer-Staaten gesetzt werden.

Drohungen

Eine Attacke anonymer Hacker und mysteriöse Anschlagsdrohungen auf US-Kinos hatten Sony bewogen, den für kommenden Donnerstag geplanten Filmstart von "The Interview" abzusagen. Dem Konzern entstand dadurch nach Expertenschätzung ein Schaden von einer halben Milliarde Dollar. Nach Erkenntnissen des FBI steht die Regierung in Pjöngjang hinter dem Angriff.

Die USA hatten Nordkorea 2008 von der Liste der Terrorunterstützer gestrichen. Zur Zeit stehen dort der Iran, der Sudan und Syrien sowie Kuba. Havanna soll aber nach der jüngsten Aussöhnungsoffensive zwischen beiden Staaten auf Wunsch Obamas von der Liste genommen werden.

Dementi

Pjöngjang hat den Vorwurf, hinter der Cyberattacke auf Sony zu stecken, als "grundlos" zurückgewiesen. Die Anschuldigungen aus Washington lösten bei der Regierung Nordkoreas heftiges Säbelrasseln aus. Streitkräfte und Volk stünden "zur kriegerischen Konfrontation auf allen Gebieten - auch dem Cyberkrieg - bereit, um Festungen zu sprengen", erklärte der Nationale Verteidigungsausschuss (NDC) am Sonntag. Die von Obama angekündigte "angemessene Reaktion" werde "durch die härtesten Gegenaktionen auf das Weiße Haus, das Pentagon und das ganze Land bei weitem übertroffen."

Im Zentrum der Affäre steht eine Gruppe mit dem Namen Guardians of Peace (GOP), die Ende November einen Cyberangriff auf Sony gestartet und interne Dokumente und E-Mails veröffentlicht hatte. Vor einigen Tagen sprach die Gruppe wegen der Parodie "The Interview", in der es um ein angebliches Mordkomplott gegen Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un geht, ominöse Drohungen aus und erinnerte an die Terroranschläge vom 11. September 2001 in den USA. Daraufhin entschieden mehrere Kinoketten, den Film aus dem Programm zu nehmen. (APA, 23.12.2014)

  • Sony Pictures wurde von dem Hack schwer getroffen. In den USA meint man die Schuldigen mit Nordkorea ausgemacht zu haben.
    foto: mario anzuoni / reuters

    Sony Pictures wurde von dem Hack schwer getroffen. In den USA meint man die Schuldigen mit Nordkorea ausgemacht zu haben.

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