"Kabale und Liebe": Adel verpflichtet - zur Intrige

22. Dezember 2014, 17:02
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Schillers Sturm-und-Drang-Drama in einer Inszenierung für junges Publikum am Salzburger Landestheater

Regisseurin Alexandra Liedtke hat am Salzburger Landestheater Schillers Sturm-und-Drang-Drama Kabale und Liebe entstaubt und es auch dank einer soliden Ensembleleistung für ein junges Publikum attraktiv gemacht. Eine Hauptrolle spielt dabei die Musik.

Zu Beginn singt Ferdinand (Clemens Ansorg) den Elvis-Hadern Can't Help Falling In Love. "Kann denn Liebe Sünde sein?", ruft Luise (Sofie Gross) aus dem Zuschauerraum, bevor sie Ferdinand auf der kargen Bühne (Raimund Orfeo Voigt) herzt. Aber dem Glück stehen Klassenschranken entgegen.

Die Inszenierung zieht Analogien zu Machtgebaren und Mächtigen der Gegenwart. Ferdinands Nebenbuhler (toll: Hanno Waldner) schmiedet eine Intrige. Als ihre Eltern grundlos ins Gefängnis geworfen werden, zwingt man Luise, einen fingierten Liebesbrief an den eitlen Hofmarschall (Tim Oberließen) zu schreiben, der Ferdinand zugespielt wird. Erst dies bringt das Paar auseinander. Am Ende vergiftet er sie und sich. Zuvor singt er das Traditional Where Did You Sleep Last Night (Bühnenmusik: Jürgen "Jay" Beitel). (dog, DER STANDARD, 23.12.2014)

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