(Un)geliebte Geschenke umtauschen

22. Dezember 2014, 16:52
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Nach dem Fest ist für viele vor dem Fest. Denn nicht alles, was auf dem Gabentisch landet, gefällt. Für den Umtausch gilt es einiges zu beachten

Wien - Weihnachten ist das Fest des Friedens und des großen Schenkens. Wer beim Wünsche-von-den-Lippen-Ablesen in diesen Tagen zur Bestform aufläuft, hat jetzt Hochzeit. Wer noch keine Pakete für Bekannte und liebe Anverwandte geschnürt hat, kann immer noch darauf vertrauen, dass Last-Minute-Präsente - so sie sich als Fehlgriff erweisen - durch Umtausch zum echten Glücksbringer werden. Damit dies möglich ist, gilt es einiges zu bedenken. AK-Konsumentenschützerin Anja Mayer empfiehlt, einen möglichen Umtausch auf der Rechnung vermerken zu lassen. Anders als vielfach angenommen ist ein solcher nämlich freiwillig, ein gesetzliches Recht darauf gibt es nicht. Gerade im Weihnachtsgeschäft zeigen sich jedoch viele Händler kulant und räumen ihren Kunden ein Umtauschrecht ein.

Gefällt den lieben Beschenkten das Ausgesuchte nicht, können sie sich in der Regel für eine andere Ware entscheiden. Geld gibt es üblicherweise nicht zurück - höchstens einen Gutschein, wenn man nichts Passendes findet. Ist das Geschenk defekt, haben Konsumenten einen gesetzlichen Gewährleistungsanspruch. Ist etwa der neu gekaufte Fernseher nicht funktionsfähig, dann muss das Unternehmen den Fehler entweder innerhalb einer angemessenen Frist beheben oder das Produkt ersetzen. Ist das nicht möglich, kann alternativ eine Preisminderung oder die Rückerstattung des Kaufpreises verlangt werden. Deshalb ist es ratsam - wie außerhalb der Weihnachtszeit auch - die Rechnung aufzuheben.

Auch die mittlerweile gern auf den Gabentisch gelegten Gutscheine haben ihre Tücken. Grundsätzlich sind die von diversen Anbietern mittlerweile auch im Festtagskleid ausgestellten Wertmarken 30 Jahre gültig. Viele Unternehmen kürzen allerdings die Geltungsdauer. Befristungen von zwei Jahren oder weniger sind aber unzulässig, wie der Oberste Gerichtshof entschieden hat. Nach Ablauf einer unzulässigen Befristung muss der Gutschein entweder trotzdem akzeptiert oder verlängert werden, oder der Kaufpreis des Gutscheins wird retourniert. Dem Beschenkten sollte man diese Information am besten mitliefern. Vorsicht geboten ist auch bei Gutschein-Plattformen im Internet, warnt die AK. Diese treten oft nur als Vermittler auf. Hält der Gutschein nicht, was er verspricht, wird aus dem gut gemeinten Präsent rasch ein Danaergeschenk. Für den Beschenkten kann es nämlich außerordentlich mühevoll werden, zu seinem Recht zu kommen. (rebu, DER STANDARD; 23.12.2014)

  • So manche Geschenke kommen nicht besonders gut an. Dann heißt es umtauschen.
    foto: ap/schutt

    So manche Geschenke kommen nicht besonders gut an. Dann heißt es umtauschen.

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