Kern will nicht nachdenken, ob er auch Kanzler kann

22. Dezember 2014, 12:51
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ÖBB-Chef beteiligt sich nicht an Debatte um Faymann-Nachfolge - Zuvor hatte ihm Burgenlands Soziallandesrat Rezar Kanzlertauglichkeit bescheinigt

Eisenstadt –Seit dem Wochenende steht er als potenzieller Nachfolger von Bundeskanzler und SPÖ-Chef Werner Faymann im Zentrum einer Debatte, die Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ) kurzerhand beenden wollte, indem sie die Öffentlichkeit wissen ließ, dass ÖBB-Chef Christian Kern zwar gut managen, aber sicher nicht gut Politik machen könne. Ende der Debatte.

Nicht ganz. Montagvormittag bescheinigte der burgenländische Soziallandesrat Peter Rezar (SPÖ) Kern Kanzlertauglichkeit. Angesprochen auf Bures Einschätzung, dass Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) auch 2015 Kanzler und Parteichef bleibe, erklärte Rezar, dies sei "sicherlich abhängig von großen Entscheidungen in der näheren Zukunft".

Faymanns situationsbedingter Sattel

Mit den großen Entscheidungen meinte Rezar "die Frage, ob es gelingt, diese Steuerentlastung für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, für die Pensionistinnen und Pensionisten umzusetzen. Wenn es gelingt, damit indirekt wiederum für einen Konjunkturaufschwung zu sorgen – verbunden mit einer Reduktion der Arbeitslosigkeit, dann wird der Bundeskanzler sicher sehr fest im Sattel sitzen", sagte er am Rande einer Pressekonferenz in Eisenstadt.

"Wenn sich Dinge anders entwickeln, dann entsteht sicherlich eine neue Situation, die zu überdenken ist – situationsbedingt aber auch personell. Und Österreich hat durchaus eine Tradition, wenn ich mir Bundeskanzler der Vergangenheit ansehe, die aus Managementfunktionen kommen. Für mich ist das alles vorstellbar", so Rezar. Auf die Frage, ob Kern seiner Ansicht nach das Zeug zum Bundeskanzler habe, meinte der Soziallandesrat: "Ich denke schon."

Kern findet ÖBB-Aufgabe höchst spannend

Montagnachmittag meldete sich dann Christian Kern schließlich selbst kurz zu Wort, indem er wissen ließ, dass er sich zu dem Thema nicht weiter zu Wort melden wolle: "Chef der ÖBB zu sein ist eine der interessantesten und spannendsten Aufgaben in Österreich", ließ Kern wissen. Und: "Ich sehe nach wie vor keinen Grund, mich an der aktuellen Debatte zu beteiligen". Es gebe in der ÖBB noch immer genug zu tun. "Mein Ziel ist und bleibt es, die ÖBB als eine nationales und internationales Top-Unternehmen zu etablieren", betonte Kern. (APA, 22.12.2014)

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