Abfallwirtschaft: ARA ist zu billig

22. Dezember 2014, 18:39
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Kartellgericht beanstandet Tarife für Papier- und Ferrometallabfälle

Wien Zwei der 16 Tarife des Verpackungsmüllsammlers Altstoff Recycling Austria AG (ARA) hat das Kartellgericht erstinstanzlich als zu niedrig eingestuft, so eine rechtskräftige Entscheidung, die am Montag verkündet wurde. Die ARA war von der Reclay UFH, einem Mitbewerber im Gewerbebereich, mit der Behauptung geklagt worden, sie würde zu günstig anbieten.

Vor allem die Gewerbetarife vom 1. Oktober 2012 für Papier (Transport- und Verkaufsverpackungen) und Ferrometall gerieten in Kritik.

"Die aktuelle Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig. Wir werden sie eingehend prüfen und weitere Schritte sorgfältig abwägen. Nicht zuletzt gilt es auch, die Vorgaben des Umweltministeriums weiterhin einzuhalten", teilte ARA-Vorstandssprecher Christoph Scharff in einer Aussendung mit. Insbesondere der Vorwurf, die ARA würde die Gewerbetarife durch frühere Einnahmen aus dem Haushaltsbereich stützen, sei in der Vergangenheit bereits mehrmals von offizieller Seite überprüft und nicht beanstandet worden.

Die Entscheidung habe jedenfalls "keine Auswirkungen auf die Tarife, welche die ARA ab 1. Jänner 2015 anbieten werde. Die Neuregelung des Wettbewerbs bei der Verpackungsentpflichtung ab dem Jahreswechsel bringe eine neue Tarifstruktur der Sammel- und Verwertungssysteme mit sich, mit der sich die heutige Entscheidung des Kartellgerichts nicht befasse, so die ARA.

ARA verliert Monopol

Das in Kufstein/Tirol beheimatete Unternehmen "Bonus Holsystem" hat als erster Betrieb neben der Abfallrecycling Austria (ARA) die Lizenz erhalten, Haushaltsverpackungen zu sammeln und zu verwerten, teilte das Unternehmen am Montag mit. Damit sei nach fast 22 Jahren das Monopol der ARA beendet.

Das Tiroler Unternehmen wurde 1996 als Folien-Rücknahmesystem des Kunststoffproduzenten Hamburger Unterland gegründet. Seit 1998 ist die Raiffeisen Umweltgesellschaft (RUG) Miteigentümerin. Damit stehe es zur Gänze im österreichischen Eigentum. Im Gewerbebereich sammelt Bonus bisher österreichweit 20.000 Tonnen. Im ersten Jahr der Liberalisierung (ab 1.1. 2015) erwartet man sich eine Verdoppelung dieser Menge und einen Anteil von fünf Prozent am Gesamtmarkt im Haushaltsbereich. Mittelfristig strebt Bonus Holsystem einen Marktanteil von bis zu 15 Prozent an. (APA, 22.12.2014)

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