"Scheißhaufen": Youtube-Star Unge rechnet mit Mediakraft ab

22. Dezember 2014, 12:09
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Simon Unge, einer der größten deutschen Youtube-Stars mit 30 Millionen Klicks pro Monat, verlässt das Vermarktungsnetzwerk Mediakraft

Wien/Köln - Mit 30 Millionen Klicks pro Monat, die er mit seinen Kanälen "ungespielt" und "ungefilmt" generiert, zählt Simon Unge zu den größten Youtube-Stars im deutschsprachigen Raum. "Es ist viel Geld damit verbunden", sagt er in einer Videobotschaft, die er an seine Fans adressiert, um von seinem Rückzug aus dem Mediakraft-Netzwerk zu berichten. Geschlossen werden seine zwei Kanäle. Unge löst sich von Mediakraft, um auf eigene Faust weiterzumachen.

ungefilmt

Mediakraft ist Deutschlands größter Player in der Youtube-Welt. Nach einem Schlüssel werden beispielsweise die Werbeeinnahmen zwischen Mediakraft und den Vertragspartnern aufgeteilt. Das Netzwertk hilft bei der Produktion von Inhalten und dem Aufbau von Reichweite. Bestätigt wird diese Zahl nicht, aber Youtuber sollen rund 1,50 Euro pro tausend Klicks für die Werbeeinblendungen erhalten. In Deutschland können bereits "ein paar Dutzend" von ihren Videos leben, sagte Christoph Poropatits von Mediakraft im April im derStandard.at-Interview. Geld verdienen "Tausende".

Abrechnung

Unge kam vor einem Jahr zu Mediakraft, erzählt er: "Wir verdienen nicht wenig Geld mit Youtube." In seinem Video kritisiert er die Ignoranz seines Netzwerks. Er habe noch nie finanzielle Unterstützung bekommen. Auch nicht, als er mit seiner Longboardtour durch Deutschland tingelte. Ganz im Gegenteil; es seien sogar Videos gelöscht worden, moniert er. "Ein Scheißhaufen." Bekannt geworden ist Unge mit Tests von Videospielen, auf seinem zweiten Kanal berichtet er von seinem Alltag. Seine knapp 1,4 Millionen Abonnenten auf "ungespielt" und über 800.000 auf "ungefilmt" verliert Unge. Sorgen muss man sich um den 24-Jährigen wohl dennoch nicht machen. Sein neuer Kanal youtube.com/unge zählt bereits nach wenigen Stunden 480.000 Fans.

Mediakraft kontert

Via Facebook reagierte Mediakraft-CEO Spartacus Olsson auf die Vorwürfe. Unge habe eine "juristische Auseinandersetzung" begonnen, die bedauert werde: "Nun ist es so, dass Simon Unge einen gültigen Vertrag unterschrieben hat, der nicht einseitig aufgehoben werden kann."

Die Vertragsregeln ließen keine Fragen offen, Unge habe sich nicht daran gehalten und sehr wohl vom Netzwerk profitiert. Mediakraft habe zur "Steigerung der Reichweite von rund zwölf Millionen auf bis zu 30 Millionen monatliche Videoabrufe und zu einem Zuwachs von einer Million Abonnenten seit Beginn der Partnerschaft aktiv beigetragen." Und überhaupt: "Wir haben vielen Künstlern dabei helfen können, ihren Weg auf YouTube zu gehen und sich als erfolgreiche Entertainer zu etablieren." (red, derStandard.at, 22.12.2014)

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