Draußen sein ... mit dem Mammut Barryvox Pulse und dem Ortovox 3+

4. Jänner 2015, 18:42
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Lawinenverschütteten-Suchgeräte: üben, üben, üben. Und am besten die Katastrophe vermeiden

Nein, das wird jetzt kein Vergleich zweier Lawinenverschütteten-Suchgeräte (LVS), bei dem eines dann "besser" ist. Denn Fakt ist: Sowohl das Mammut Barryvox Pulse als auch das Ortovox 3+ sind "State of the Art" – also Drei-Antennen-Geräte, die ihre Benutzer so genau ins Ziel führen, wie es technisch möglich ist. Auch etliche andere LVS sind nicht "besser" oder "schlechter" – solange man mit dem eigenen Gerät vertraut ist und den Umgang aus dem Effeff beherrscht.

foto: uschi braun

Für Nicht-Tourengeher: Lawinenverschütteten-Suchgeräte trägt man im freien Gelände eng am Körper. Sie senden ein Funksignal auf 457 kHZ aus. Die Geräte können auch auf "Empfang" gehen: So haben die nicht Verschütteten eine Chance, einen von einer Lawine verschütteten Kameraden zu orten – und zu bergen: In den ersten 15 Minuten sind die Chancen einer Lebendbergung am höchsten. Danach sinken die Überlebenschancen minütlich dramatisch: Der Verschüttete erstickt. (Alle anderen Verletzungsrisiken zwischen Tonnen von Schnee, Eis, Holz und Felsen mal ausgeklammert).

Kein Wunder also, dass die "Kameradenhilfe" das Um und Auf ist: In 15 Minuten sind Bergrettung & Co kaum je vor Ort. Darum gilt: üben, üben, üben. Und: Das Vermeiden der Katastrophe – also die richtige Planung und Einschätzung der Situation vor Ort, Stop-or-Go-Strategien und der Mut, Nein zu sagen, kommen zuerst.

foto: thomas rottenberg

Danach kommt das Schaufeln

Außerdem ist auch das beste LVS nur die halbe Miete. Mit modernen Geräten ist die Ortung – vergleichsweise – einfach. Was dann kommt, wird in einer auf Technik fokussierten Welt gerne ausgeblendet: das Schaufeln.

Schnee ist schwer, Lawinenschnee oft hart wie Beton. Effizient und richtig zu schaufeln, will ebenfalls geübt sein – obwohl und gerade weil das "Handarbeit" ist.

Und dann ist da noch etwas: die Panik. Das Wissen, dass da (meist) ein Freund hilflos im Schnee vergraben liegt – und 15 Minuten hat. Dieses Gefühl wünscht man dem schlimmsten Feind nicht. Da hilft nur eines: so schnell zu sein, dass man nicht zum Denken kommt – das geht nur mit Übung. Und Geräten, die man "blind" bedienen kann. (Thomas Rottenberg, derStandard.at, 4.1.2015)

foto: uschi braun

Getestete Lawinenverschütteten-Suchgeräte:

Mammut Barryvox Pulse: online ab rund € 300 zu finden.

Ortovox 3+: online ab rund € 260 zu finden.

Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien:

Das Ortovox-LVS wurde vom Hersteller zur Verfügung gestellt, das Barryvox ist mein eigenes. Verglichen im Dezember 2014 auf der Gerlitzen/Kärnten - die Reise auf die Gerlitzen erfolgte auf Einladung des Feuerberg Resorts für eine Reisestory im STANDARD.


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