UKIP erteilte Mitgliedern Anweisungen für Internet-Postings

21. Dezember 2014, 21:29
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Rechtspopulistische Partei fürchtet um ihren Ruf

London - Die Führung der rechtspopulistischen britischen Unabhängigkeitspartei (UKIP) hat die Mitglieder und Unterstützer der Partei angewiesen, sich mit Äußerungen in sozialen Internetmedien zurückzuhalten. Dies berichtete die Zeitung "The Observer" am Sonntag unter Berufung auf ein parteiinternes Dokument.

Die neue Regelungen des nationalen Exekutivrats würden bei "Bloßstellung" der Partei sogar den Ausschluss vorsehen, hieß es weiter.

Den Mitgliedern wird demnach untersagt, in ihren Online-Postings das UKIP-Logo zu verwenden - es sei denn, die Parteiführung habe ihnen dazu eine schriftliche Genehmigung erteilt. Mitglieder der EU-feindlichen United Kingdom Independence Party waren in der Vergangenheit unter anderem mit rassistischen Äußerungen in Erscheinung getreten.

Muslime als "Tiere" bezeichnet

Vor den Kommunalwahlen im Mai hatte der UKIP-Kandidat William Henwood über den Kurzmitteilungsdienst Twitter verbreitet, der schwarze Komiker (und Ur-Brite) Lenny Henry müsse "nicht unter Weißen leben" und könne auswandern. Ein weiterer Kandidat, der aus UKIP-Videoclips bekannte Andre Lampitt, verlor seine Mitgliedschaft, nachdem er den jüdischen Labour-Oppositionschef Ed Miliband als "nicht britisch", den Islam auf Twitter als "von Übel" und Muslime als "Tiere" bezeichnete. Außerdem empfahl er Afrikanern "sich umzubringen".

In der vergangenen Woche trat der als Kandidat bei der Parlamentswahl im kommenden Frühjahr gehandelte Kerry Smith aus der Partei aus. Zuvor war durchgesickert, dass er Homosexuelle und Chinesen schwulenfeindlich und rassistisch beleidigte.

Erst Ende November hatte die Partei bei einer Nachwahl ihren zweiten Parlamentssitz erobert. Der von den konservativen Tories übergelaufene Abgeordnete Mark Reckless setzte sich im Wahlkreis Rochester and Strood mit 42 Prozent gegen den Kandidaten seiner alten Partei durch - eine Schlappe für die Tories von Regierungschef David Cameron.

Die vom Europaabgeordneten Nigel Farage geführte UKIP will das Königreich aus der Europäischen Union führen und hart gegen Einwanderer durchgreifen. Bei der Wahl zum Europaparlament im Mai gewann sie mehr Stimmen als Camerons Konservative Partei. (APA, 21.12.2014)

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