Jansrud wieder unpackbar, Österreicher stark

20. Dezember 2014, 13:24
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Speed-Dominator holt sich auch den Super G in Gröden - Reichelt hinter Paris Dritter, Kriechmayr Vierter

Val Gardena/Gröden - Kjetil Jansrud bleibt im Speed-Zirkus weiterhin das Maß der Dinge. Der Norweger setzte sich am Samstag beim Super-G in Gröden in 1:33,87 Minuten 46 Hundertstel-Sekunden vor Dominik Paris durch und feierte damit seinen siebenten Weltcupsieg. Auf Rang drei landete Hannes Reichelt, der nur acht Hundertstel auf den Italiener einbüßte. Für eine erfreuliche Überraschung sorgte Vincent Kriechmayr. Der Oberösterreicher schrammte nur um zwei Hundertstel am Podest vorbei und sorgte als Vierter für sein bestes Weltcupergebnis nach einem fünften Platz im Super G Anfang März in Kvitfjell.

Gute ÖSV-Platzierungen

Unter blitzblauem Himmel stark unterwegs war auch Matthias Mayer, der nach bester Zwischenzeit in Zielnähe ein Tor rammte und ausschied. Achter wurde Romed Baumann (+0,83), Otmar Striedinger (+1,07) fuhr auf Rang zehn. Max Franz belegte zeitgleich mit dem Kanadier Dustin Cook Platz zwölf (+ 1,14). Vortagessieger Steven Nyman schied wie Ted Ligety (beide USA) und Lokalmatador Peter Fill (ITA) aus.

Jansrud, am Freitag in der Abfahrt nur von Steven Nyman bezwungen, war heuer nie schlechter als Zweiter. Er gewann die Abfahrten in Lake Louise und Beaver Creek, stand auch im Super-G von Lake Louise ganz oben am Podest und musste sich im Super-G von Beaver Creek nur Reichelt geschlagen geben.

Norweger-Revier

Der Olympiasieger setzte auch die Serie an norwegischen Erfolgen im Gröden-Super-G fort. In den vergangenen beiden Jahren hatte Aksel Lund Svindal auf der Saslong gewonnen. "Es ist traumhaft. Ich fühle mich gut und fahre mit viel Selbstvertrauen". Und: "Wenn es läuft, dann läuft es", sagte Jansrud.

Gemischte ÖSV-Gefühle

Reichelt wirkte nach seinem gelungenen Arbeitstag ziemlich happy: "Das war eine coole Fahrt, in gewissen Passagen habe ich sogar Jansrud einiges abgenommen". Für die elchstarke Performance des Norwegers hatte Reichelt folgende Erklärung: "Er fährt derzeit einen brutal schnellen Schwung. Im Vergleich dazu bin ich wackelig auf den Beinen".

Platz vier war für Kriechmayr quasi eine logische Konsequenz: "Ich habe voll riskiert und es ist alles aufgegangen. Ich habe alles perfekt erwischt." Mayer war sauer wie eine Essiggurke: "Klar ist der Ärger groß. Aber ich bin derzeit nicht in der Form eines Jansrud und muss daher mehr riskieren. Dass ich schnell bin, weiß ich aber, das ist das Positive".

ÖSV-Sportdirektor Hans Pum resümierte zufrieden: "Sehr erfreulich, vor allem die Leistung des jungen Kriechmayr". Für die ÖSV-Herren war es das erste Podestergebnis in Gröden seit 2010, damals war Baumann Zweiter im Super-G.

Jansrud baute seine Weltcup-Führung auf Marcel Hirscher auf 152 Punkte aus. Der Titelverteidiger kann aber bereits am Sonntag im Riesentorlauf von Alta Badia wieder punkten.

Glück im Unglück für Florian Scheiber

Positive Nachrichten gibt es indes von Florian Scheiber, der in der Abfahrt am Freitag schwer stürzte. Der Tiroler darf die Innsbrucker Uni-Klinik aller Voraussicht nach bereits am Sonntag wieder verlassen. Scheiber hat sich bei seinem Abflug in der Ciaslat-Wiese eine Gehirnerschütterung, Abschürfungen im Gesichtsbereich und Prellungen der linken Brust- bzw. Beckenhälfte zugezogen.

Für die rasanten Ski-Herren geht es am 28. Dezember mit einer Abfahrt in Santa Caterina weiter, danach stehen die Lauberhornrennen Mitte Jänner in Wengen am Programm. (Thomas Hirner aus Gröden, derStandard.at, 20.12.2014)

Ergebnis: Super G in Gröden

  • Kjetil Jansrud hat gut lachen: Vier Siege, und es ist noch nicht einmal Weihnachten.
    foto: apa/epa/ferrari

    Kjetil Jansrud hat gut lachen: Vier Siege, und es ist noch nicht einmal Weihnachten.

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