Verdi verlängert Streiks bei Amazon

19. Dezember 2014, 17:42
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Bis Weihnachten soll weiter gestreikt werden

Frankfurt - Im Tarifstreit beim weltgrößten Versandhändler Amazon weitet die Gewerkschaft Verdi ihre Streiks aus und klagt gegen die Sonntagsarbeit an einigen Standorten. Auch in den Logistikzentren Bad Hersfeld (Hessen), Leipzig (Sachsen) und Rheinberg (Nordrhein-Westfalen) sollen die Beschäftigten bis Heiligabend die Arbeit niederlegen, erklärte die Gewerkschaft am Freitag. In Graben (Bayern) hatten die Beschäftigten bereits am Mittwoch entschieden, bis zum 24. Dezember weiter zu streiken. In Werne (NRW) sollen die Streiks dagegen am Samstag nach der Spätschicht enden.

Die Gewerkschaft fordert für die Mitarbeiter in den deutschen Amazon-Versandzentren tarifliche Regelungen, wie sie im Einzel- und Versandhandel üblich sind. Der US-Konzern dagegen nimmt die Vereinbarungen der Logistikbranche als Maßstab, in der weniger bezahlt wird. Um den Druck zu erhöhen, geht die Gewerkschaft nun auch gegen die Sonntagsarbeit in Bad Hersfeld und Leipzig vor. Sie hat bei den zuständigen Verwaltungsgerichten Klagen eingereicht, um die von den Behörden bewilligte Sonntagsarbeit am 21. Dezember zu untersagen.

Amazon betont immer wieder, nur eine kleine Minderheit der Beschäftigten nehme an den Streiks teil. Verdi spricht hingegen von einer guten Beteiligung. Allein am Freitag hätten erneut 2400 Amazon-Mitarbeiter die Arbeit niedergelegt. Die jüngste Streikwelle begann am 15. Dezember. Der Tarifkonflikt dauert bereits seit Ostern 2013. (APA, 19.12.2014)

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