Weihnachten wie früher

20. Dezember 2014, 08:15
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Niemand beschenkt die Österreicherinnen und Österreicher publizistisch schöner als Familie Dichand, da liegt Wolfgang Fellner weit zurück.

Bald ist es überstanden. Wie schon seit Ostern zu erwarten war, hat sich "Österreich" weihnachtlich überschlagen. Seit früher ist bekannt, dass alle Weihnachten wie früher wollen. Also besorgte sich das Blatt eine Große Weihnachts-Umfrage, die natürlich nichts anderes ergeben konnte als: Alle wollen Weihnachten wie früher. Und Weihnachten wie früher materialisiert sich an realen Personen, daher das große Comeback des Christkinds.

Bis auf die letzte Selbstverständlichkeit ausgequetscht

Um das zu beweisen, wurden reihenweise Österreichs Prominente unter dem Titel "So feiern wir Weihnachten" bis auf die letzte Selbstverständlichkeit ausgequetscht, wobei sich herausstellte, dass in Österreich zu Weihnachten gemeinsames Essen ein häufig geübter Brauch ist, das Christkind hingegen eine untergeordnete Rolle spielt. Lediglich ein als Brachialvolkstümler sattsam bekannter Volks-Rock' n-Roller gestand: "Bei mir kommt am 24. Dezember jedenfalls das Christkind!" - eine Hoffnung, die im Hause einer Fernseh-Moderatorin nur noch in der Schwundstufe auftritt: Das Christkind kommt am 24. Dezember, Father Christmas am 25. Bei einer anderen Moderatorin muss es künstlich herbeigelockt werden: Wenn dann die Sprühkerzen den Christbaum festlich erhellen, schwebt das Christkind ganz leise durch den Raum!"

Aufs Christkind pfeifen

Die restlichen Befragten pfeifen aufs Christkind, reden lieber von anderen Dingen. Als vorausschauender Prominenter erwies sich Minister Rudolf Hundstorfer. "Ich habe schon alle Geschenke. Im Sommer haben wir eine Investition getätigt, das schenken meine Frau und ich uns zu Weihnachten." Wenn statt des Christkinds die getätigte Investition ganz leise durch den Raum schwebt, muss man sich um die Weihnachtsstimmung keine Sorgen mehr zu machen.

Nur einer erinnert daran, dass viele Menschen zu Weihnachten arbeiten müssen. "Am 24. 12. habe ich alle Hände voll zu tun mit vier Messen. Mit der Familie feiere ich erst drei Tage später. Das meiste ist aber schon gekauft", beruhigte Toni Faber, Dom-Pfarrer, "Österreich". Als Patriotin auch zur Weihnachtszeit erweist sich die Team-Stronach-(Noch-)Klubchefin. "Ich lege großen Wert auf eine schöne österreichische Tanne, und wir werden sicher in die Kirche zur Mette gehen."

Strache zu schwach

Daran könnte sich H.-C. Strache, FPÖ-Chef, ein Beispiel nehmen, wäre er nicht zu schwach dazu. Über die Feiertage zieht er sich mit seinen Kindern und seiner Mutter abseits der Öffentlichkeit zurück, um Kraft zu tanken. Schließlich beginnt nun sein Kampf für Pegida in Österreich, und da gilt es, sich einen vorbestraften Deutschen zum Vorbild zu nehmen.

Wega-Training: Niemand schenkt schöner als Dichands

Doch niemand beschenkt die Österreicherinnen und Österreicher publizistisch schöner als die Familie Dichand, da liegt Wolfgang Fellner noch weit zurück. Das coolste Weihnachtsgeschenk: Mit "Heute" ein Training bei der WEGA gewinnen! 10 Leser werden für einen Tag zu Elite-Cops.

Nur Ausländer ausräuchern mit der "Krone" kann schöner sein

Nur Ausländer ausräuchern mit der "Kronen Zeitung" kann schöner sein, und dafür gilt es zu trainieren. Hausbesetzungen, Razzien, Festnahmen gewalttätiger Verdächtiger - wenn's richtig gefährlich wird, kommen sie zum Einsatz: die Männer der Wiener Einsatzgruppe Alarmabteilung (WEGA). Dafür wird hart trainiert. Ein Herzstück der Ausbildung: Szenario-Training. Hier werden mögliche Einsätze - vom Randalierer am Würstelstand bis zum Amokläufer im Gemeindebau - immer wieder geübt und durchgespielt.

Wenn es am Würstelstand oder im Gemeindebau so richtig gefährlich wird, soll jeder Dichand-Kunde seinen Mann stellen können. Klingt einfach? Zehn "Heute"-Leser haben jetzt exklusiv die Chance, genau das zu testen! Nach einer kurzen Taktik- und Waffen-Einführung am Schießstand geht's weiter in die Szenaria-Räume der Wiener Polizei. Und dann wird's ernst! Nur die "Heute"-Leserinnen schauen bei dieser Dichand-Bescherung durch die Finger.

Dr. Tassilo Wallentin selbst

Von einer anderen profitieren hingegen auch sie. Die "Krone" hat den Kampf gegen TTIP, das Freihandelsabkommen EU - USA, in die Hand genommen. Eine Petition wird nun von "Krone"-Chef Dr. Christoph Dichand, Umwelt-Redakteur Mark Perry und mir selbst EU-Kommissionspräsident Juncker im Rahmen eines offiziellen Termins persönlich übergeben.

Bei dem mir selbst handelt es sich um einen Dr. Tassilo Wallentin, der in der Sonntags-"Krone" kolumnistisch den Geist so erlauchter Geister wie Hans Dichand und Frank Stronach hochhalten darf. Jean-Claude Juncker wird entzückt sein von einem so schönen Christkind.

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