FIFA veröffentlicht geschwärzten Garcia-Bericht

19. Dezember 2014, 19:35
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Auch zweites Gutachen findet Neuvergabe von Russland 2018 und Katar 2022 nicht notwendig - Blatter schließt Neuvergabe weiter aus

Marrakesch - Das FIFA-Exekutivkomitee hat sich für die Veröffentlichung des hochbrisanten Garcia-Reports ausgesprochen. Das ergab eine Sitzung am Freitag in Marrakesch. Der frühere US-Bundesanwalt und inzwischen zurückgetretene Chefermittler Michael Garcia hatte in den vergangenen beiden Jahren die Korruptionsvorwürfe rund um die WM-Vergaben 2018 an Russland und 2022 an Katar untersucht.

Öffentlich geworden war bislang nur die stark verkürzte und weltweit kritisierte Auswertung des deutschen Richters Hans-Joachim Eckert. Jetzt soll zumindest in Teilen der 430-Seiten-Bericht Garcias an die Öffentlichkeit gelangen. Welche Abschnitte vor allem des Zeugenschutzes wegen "geschwärzt" werden müssen, soll die Ethikkommission in den kommenden Wochen entscheiden.

Freispruch für die Gastgeber

Indes sind die beiden zukünftigen WM-Gastgeber auch in einem zweiten Gutachten zum Garcia-Report von schwerwiegenden Korruptionsvorwürfen freigesprochen worden. Demnach haben die "bislang festgestellten Unregelmäßigkeiten klarerweise nicht ein Ausmaß erreicht, das geeignet ist, die fraglichen Vergabeverfahren insgesamt als in erheblichem Ausmaß gesetzes- oder statutenwidrig zu qualifizieren".

Eine Neuvergabe kommt auch für FIFA-Präsident Blatter nicht in Betracht. Beim Garcia-Bericht gehe es um die Vergangenheit. "Und ich bin auf die Zukunft fokussiert", betonte Blatter in einer FIFA-Mitteilung. "Wir werden die Abstimmung für 2018 und 2022 nicht revidieren", bekräftigte er.

Borbely rückt nach

Unterdessen wurde bekannt, dass Cornel Borbely dem zurückgetretenen Michael Garcia nachfolgt. Der Rechtsanwalt aus der Schweiz wurde am Freitag in Marrakesch vom Exekutivkomitee des Fußball-Weltverbandes FIFA zum neuen Vorsitzenden der Untersuchungskammer der unabhängigen Ethik-Kommission berufen.

"Er hat eng mit Michael Garcia als dessen Stellvertreter zusammengearbeitet, und seine Berufung gewährt Beständigkeit in den weitergehenden Ermittlungen", betonte FIFA-Boss Joseph Blatter.(sid/red/APA - 19.12.2014)

  • Licht ins Dunkel.
    foto: reuters/wiegmann

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