Dubiose Geschäfte: Franziskanerorden am Rande der Pleite

19. Dezember 2014, 13:44
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Generalminister klagt über intransparente Finanzoperationen

Rom - Der weltweite Franziskanerorden ist durch dubiose Geschäfte in "erhebliche finanzielle Schwierigkeiten" geraten. Die Schweizer Justizbehörden sollen Bankkonten des Ordens mit Dutzenden Millionen Euro beschlagnahmt haben, berichtete die italienische Tageszeitung "La Stampa".

Das Geld soll in Gesellschaften investiert worden sein, gegen die wegen illegaler Geschäfte, unter anderem Drogen- und Waffenhandel, ermittelt wird. Auch millionenschwere Ausgaben für die Restaurierung eines vom Orden verwalteten Hotels im Zentrum Roms sind ins Visier der römischen Justizbehörden geraten, berichtete die Tageszeitung "Corriere della Sera" am Freitag.

Für Orden beten

Der Generalminister des Franziskanerordens, der US-Amerikaner Michael Anthony Perry, bestätigte in einem Brief an allen Franziskaner, dass die finanzielle Stabilität des Ordens schwer gefährdet sei. Die Probleme seien auf Aktivitäten der für Wirtschaftsfragen zuständigen Abteilung des Ordens zurückzuführen, erklärte Perry. Er rief die Mitbrüder auf, für den Orden zu beten.

Die intransparenten Operationen sind auf die Zeit zurückzuführen, in der Perrys Vorgänger Jose Rodriguez Carballo im Einsatz war. Dieser war 2013 von Papst Franziskus in die Kurie zum zweiten Verantwortlichen der Ordenskongregation berufen und zum Erzbischof ernannt worden.

Opfer eines Betrugs

Ins Visier der Ermittler sind Personen außerhalb des Ordens geraten, hieß es. Dieser sei Opfer eines Riesenbetrugs, berichtete "La Stampa". Der Orden habe ein hochqualifiziertes Anwälteteam eingesetzt, um Klarheit in den Skandal zu bringen. Perry erklärte, er begreife die Enttäuschung vieler Mitbrüder, und bezog sich auf das Beispiel von Papst Franziskus und seines Einsatzes für Wahrheit und Transparenz in den finanziellen Aktivitäten der Kirche. (APA, 19.12.2014)

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