Sony-Hack: George Clooney wirft Medien Pflichtversäumnis vor

19. Dezember 2014, 13:17
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Zuwenig recherchiert - Petition Clooneys in Hollywood gescheitert

Los Angeles/Wien - George Clooney wirft den Medien vor, sie hätten in ihrer Berichterstattung über den Hackerangriff auf Sony und den Stopp des Films "The Interview" ihre Pflicht nicht erfüllt: "Sie haben die Geige gespielt, während Rom brannte", sagt Clooney Deadline.com in einem Interview. Mit nur ein bisschen Recherche hätten sie herausfinden können, dass Nordkorea "nicht nur vielleicht" hinter dem Hacker-Angriff auf Sony Pictures steckt.

"Auf einmal müssen sich alle beugen?"

"Hier entscheidet ein Land, welche Inhalte wir sehen", sagt Clooney: "Das betrifft nicht nur Filme", das betreffe die ganze Medienbranche: "Was passiert, wenn ein Newsroom entscheidet, eine Story zu veröffentlichen, und ein Land oder eine Person oder eine Firma beschließt, dass sie das nicht möchte?" Abgesehen vom Hacking - "da droht jemand, Gebäude in die Luft fliegen zu lassen - und auf einmal müssen sich alle beugen?"

Sony habe den Film nicht aus Angst zurückgezogen - "die Kinobetreiber sagten, sie zeigen "The Interview" nicht." Und das, weil sie mit ihren Rechtsanwälten gesprochen hätten und die ihnen erklärt hätten: Wenn in deinem Kino jemand stirbt, bist du verantwortlich.

"Verantwortung aufzustehen"

"Das ist eine dumme Komödie, aber in Wahrheit sagt das alles viel über uns aus" - und: "Wir haben eine Verantwortung, dagegen aufzustehen."

Das hat Clooney in Hollywood versucht, sagt er Deadline.com: Mit seinem Agenten habe er eine Unterstützungserklärung für Sony verfasst und "praktisch allen" Führungskräften Hollywoods geschickt. Ergebnis: "Keiner hat unterschrieben."

Clooneys Erklärung, die keiner unterschreiben wollte

Clooney präsentiert in dem Interview den Wortlaut der Erklärung:

"On November 24 of this year, Sony Pictures was notified that it was the victim of a cyber attack, the effects of which is the most chilling and devastating of any cyber attack in the history of our country. Personal information including Social Security numbers, email addresses, home addresses, phone numbers and the full texts of emails of tens of thousands of Sony employees was leaked online in an effort to scare and terrorize these workers. The hackers have made both demands and threats. The demand that Sony halt the release of its upcoming comedy The Interview, a satirical film about North Korean dictator Kim Jong Un. Their threats vary from personal—you better behave wisely—to threatening physical harm—not only you but your family is in danger. North Korea has not claimed credit for the attack but has praised the act, calling it a righteous deed and promising merciless measures if the film is released. Meanwhile the hackers insist in their statement that what they’ve done so far is only a small part of our further plan. This is not just an attack on Sony. It involves every studio, every network, every business and every individual in this country. That is why we fully support Sony’s decision not to submit to these hackers’ demands. We know that to give in to these criminals now will open the door for any group that would threaten freedom of expression, privacy and personal liberty. We hope these hackers are brought to justice but until they are, we will not stand in fear. We will stand together." (red, derStandard.at, 19.12.2014)

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