Dynasty, USA

Einserkastl18. Dezember 2014, 18:05
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Die Reduktion auf Familienclans an der Spitze des Landes ist ein Zeichen für eine Dysfunktionalität des politischen Systems

Jeb Bush wird wohl für das Amt des US-Präsidenten kandidieren. Wenn er 2016 gewinnt, ist er Bush III. im Weißen Haus.

Hillary Clinton ist bereits im Rennen. Wenn sie gewinnt, ist sie Clinton II.

Ganz schön viel Dynasty für ein Land wie die USA, das seine Unabhängigkeit im Kampf mit der britischen Krone gewonnen hat.

Jeb ist der andere Sohn von George Herbert Walker Bush, der als Präsident von 1989 bis 1993 nicht unerfolgreich war, aber nur eine Amtszeit bekam. Der Newcomer Bill Clinton regierte dann recht erfolgreich von 1993 bis 2001. Dann der Sohn des ersten Bush, George W. Bush (2000 bis 2008), als Präsident eine einzige Katastrophe.

Clintons Frau Hillary verlor 2008 die Nominierung gegen den Newcomer Barack Obama und wurde seine Außenministerin. Jetzt versucht sie es ein letztes Mal. Bill kriegt man dann im Package mit.

In Wahrheit ist diese Reduktion auf Familienclans an der Spitze des Landes ein Zeichen für eine ziemliche Dysfunktionalität des politischen Systems. Dass es nun wieder auf einen Bush oder eine Clinton hinauszulaufen scheint, liegt daran, dass es bei den Republikanern sonst nur rechte Spinner gibt, bei den Demokraten keine starken Figuren.

Die Nation ist scharf gespalten, und Superreiche plus Interessengruppen haben zu viel Einfluss. Weder von Bush III. noch von Clinton II. ist wirkliche Erneuerung zu erwarten. (Hans Rauscher, DER STANDARD, 19.12.2014)

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