GoPro Hero 4 im Kurztest: viel Action, nicht so viel Ästhetik

Test mit Video1. Jänner 2015, 17:39
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GoPro hat im Herbst mit der Hero 4 eine Profi- und eine Amateurvariante herausgebracht

GoPro zog im Herbst 2014 mit gleich zwei Modellen nach, um führender Actionkamera-Hersteller zu bleiben. Für 480 und 380 Euro sind nun die GoPro Hero 4 Black Edition und die Hero 4 Silver Edition am Markt erhältlich. DerStandard.at hat das günstigere Modell Silver getestet.

foto: gopro
GoPro Hero 4 Silver Edition

Zwei Zielgruppen

Damit sind gleich zwei Zielgruppen bedient: Profifilmer können sich über Ultra-HD und ein robusteres Gehäuse freuen. Für Gelegenheitsfilmer ist das integrierte LCD-Display mit Touchscreen ideal, ein zweiter Bildschirm (z.B. mit Smartphone über WLAN) zur Motivsuche wird überflüssig. Außerdem muss man sich beim Einstellen nicht auf das briefmarkengroße Display neben der Linse verlassen. Für den Fernauslöser am Smartphone ist zum WLAN noch Bluetooth hinzugekommen.

derstandard.at/von usslar
Bei 120fps ist ein vierfaches Verlangsamen möglich, selbst 15 Prozent sind noch immer flüssig.

Touchscreen

Die Silver Edition bleibt trotz integriertem Touchscreen leicht und handlich, sie behält sogar Maße und Gewicht (83 g) der Vorgängerversionen. Der Touchscreen lässt sich nur ohne Gehäuse bedienen, was bei raueren Drehs, etwa unter Wasser oder mit Mounting am Sportgerät, unabdingbar ist. Außerdem ist er nicht Multitouch-fähig, ein Vergrößern der Aufnahmen beispielsweise ist damit nicht möglich. Das Menü ist simpel und logisch aufgebaut und kann auch direkt über den dritten Knopf am rechten Rand abgerufen werden, der vormals nur zum WLAN ein- und ausschalten konzipiert war.

foto: maria von usslar/derstandard.at
LCD-Display

Enorme Bildschärfe

Fotos schießt die Silver Edition mit zwölf Megapixeln und Videos mit 4K, allerdings nur bei einer Bildfrequenz von 15 Bildern pro Sekunde. Solche Aufnahmen sind nur bei ruhigen Szenen flüssig. Bis zu 120 Bilder pro Sekunde sind bei einer Auflösung von 720p möglich, ideal für Zeitlupenaufnahmen.

derstandard.at
Mit 4K lassen sich kinoreife Aufnahmen machen. Die Bildfrequenz von 15fps bietet keinen Spielraum in der Geschwindigkeit.

Optik

Dank atemberaubender Bildschärfe übertrumpft die GoPro jede Smartphone-Kamera, kommt jedoch an eine Spiegelreflexkamera noch lange nicht heran. Besonders wenn die Lichtverhältnisse nicht sonderlich ideal sind, nützen die 4K auch nichts.

Dämmerung

Bei Dunkelheit, Gegenlicht oder Kunstlicht verschlechtern sich die Aufnahmen ähnlich stark wie am Smartphone. Weißabgleich und ISO überzeugen nicht und besonders ärgerlich ist, dass beim Filmen mit Automatik Helligkeit und Farbe in sichtbaren Stufen angepasst werden. Das ist beispielsweise bei einer Timelapse tragisch (s. 00:16).

derstandard.at/von usslar
Timelapse: 30 Minuten in 10.000-facher Geschwindigkeit.

Weitere Nachteile

Die Akkulaufzeit ist noch immer der größte Schwachpunkt des Geräts. Gerade einmal zwei Stunden hält der Akku. Ein Battery Pack kostet etwa 50 Euro und verlängert den Dreh um eine Stunde. Auch das integrierte Mikrofon wurde nicht hörbar verbessert, über Mini-USB kann allerdings ein externes angesteckt werden.

Fazit

Die Hero 4 Silver Edition kann das, wofür GoPro berühmt geworden ist, noch immer am besten: Action. 120fps machen Sportaufnahmen in der Postproduktion interessant und unter der Sonne ist auch das Bild für so eine kleine und handliche Kamera beeindruckend gut. Einen riesigen Pluspunkt gewinnt die Kamera allerdings für ihr Display und stellt in Frage, warum man sich für das teurere Modell ohne Display aber mit flüssigerem Ultra-HD entscheiden sollte. Schließlich liegt die Stärke einer GoPro noch immer in ihrer Sportlichkeit und nicht der Bildästhetik. (mvu, derStandard.at, 1.1.2015)

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