Microsoft stampft Browserauswahl-Fenster für Windows ein

18. Dezember 2014, 16:00
11 Postings

Auflage aus Kartellverfahren nicht mehr wirksam

Fünf Jahre lang musste Microsoft aufgrund eines Gerichtsurteils den Nutzern bei der Neuinstallation eines Windows-Systems in einem Fenster verschiedene Browser als Alternative zum eigenen Internet Explorer anbieten. Das damalige Kartellverfahren war von Opera, selbst Hersteller eines Browsers, angestrengt worden.

Auflage nicht mehr bindend

Nun ist die Auflage ausgelaufen und Microsoft reagiert prompt darauf. Das Auswahlfenster, das neue Nutzer direkt auf Software wie Chrome, Opera oder Firefox hinwies, wird nun mit einem Update wieder entfernt. Bei bestehenden Installationen geschieht dies per Update. Microsoft rät nun den Nutzern auf der ehemaligen Browser Choice-Seite, sich direkt auf den "Websites der entsprechenden Anbieter" über andere Browser zu informieren und diese gegebenenfalls dort herunterzuladen.

Kartellverfahren

Das für die EU gültige Urteil begründete die Einführung des Mechanismus mit der Marktmacht des Konzerns. Windows hält auf Desktops und Notebooks nach wie vor einen Marktanteil von über 90 Prozent. Die Nichterfüllung der Bedingung war dem Konzern 2011 teuer zu stehen gekommen. Weil das Wahlfenster im Service Pack 1 für Windows 7 nicht enthalten war, ordnete die EU-Kommission eine Geldbuße von 561 Millionen Euro an. (gpi, derStandard.at, 18.12.2014)

  • Nach dem Auslaufen der Auflage stellt Microsoft Browser Choice wieder ab.
    foto: microsoft

    Nach dem Auslaufen der Auflage stellt Microsoft Browser Choice wieder ab.

Share if you care.