Rechnungshof moniert "Zwitterstellung" der Landesschulräte

18. Dezember 2014, 11:13
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Rechnungshof fordert Reform der Schulverwaltung - An Bundesschulen gibt es immer mehr Lehrer, immer weniger "Nichtlehrer"

Wien - Der Rechnungshof mahnt einmal mehr eine Reform der Schulverwaltung ein. So wäre etwa die "Aufgaben-, Ausgaben- und Finanzierungsverantwortung bezüglich der Pflichtschulen in einer Hand zu konzentrieren", heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht. Generell sei bei den Bundesschulen (AHS, BMHS) eine "günstigere Ausgangslage" für eine effiziente Verwaltung gegeben.

Im Pflichtschulbereich (vor allem Volksschulen, Hauptschulen/Neue Mittelschulen, Sonderschulen, Polytechnische Schulen, Berufsschulen) ist der Bund für die Grundsatzgesetzgebung verantwortlich, die Länder für die Ausführungsgesetze. Schulerhalter sind Länder bzw. Gemeinden. An den AHS und BMHS kommen dagegen alle Kompetenzen dem Bund zu.

Einheitliche Kompetenzen der Bundesschulen günstig

Die einheitliche Kompetenzstruktur an den Bundesschulen hält der RH für eine günstigere Ausgangsposition für eine effiziente und effektive Verwaltungsführung. Einschränkung: Die "Zwitterstellung" der Landesschulräte (diese sind zwar entgegen ihrem Namen Bundesbehörden, die Länder wirken aber an deren Aufbau mit) erhöhe auch hier die "Systemkomplexität".

Einmal mehr prüfte der RH auch die Entwicklungen der Schüler- bzw. Personalzahlen an den Schulen. Ergebnis: Im Bundesschulbereich (AHS, BMHS) sind zwischen 2008/09 und 2012/13 trotz leicht rückläufiger Schülerzahlen (minus zwei Prozent) die Zahl der Lehrerstellen (Vollzeitäquivalente) um drei Prozent und die Lehrer-Personalausgaben um 13 Prozent gestiegen. Grund sind die Schaffung von zusätzlichen Klassen sowie Gehaltserhöhungen und "Struktureffekte" aufgrund des hohen Durchschnittsalters der Lehrer.

Weniger Verwaltungspersonal

Insgesamt kamen 2008/09 10,86 Schüler auf einen Lehrer an einer Bundesschule (Vollzeitäquivalent), 2012/13 waren es nur mehr 10,12. Das liegt unter dem OECD-Schnitt (rund 14 Schüler pro Lehrer-Planstelle). Dies deute auf "mit Lehrerpersonalressourcen überdurchschnittlich gut ausgestattete Bundesschulen" hin, so der RH. Gleichzeitig räumte er ein, dass dabei eine Reihe unterschiedlicher Faktoren zu berücksichtigen seien: die durchschnittliche Klassengröße, die Unterrichtszeit der Schüler im Vergleich zum Arbeitstag der Lehrer, die Höhe der Lehrverpflichtung sowie die Praxis des Teamunterrichts.

Diese Entwicklung muss aber nicht unbedingt heißen, dass die Lehrer jetzt mehr Zeit für die Schüler haben: Zwar ist die Zahl der Pädagogen gestiegen - gleichzeitig sank aber die Zahl der "Nicht-Lehrer" an den Schulen, das ist vor allem das Verwaltungspersonal. Das hat einerseits damit zu tun, dass Putzaufgaben ausgelagert und mittlerweile oft als Sachausgaben geführt werden. Andererseits gibt es in Österreich aber grundsätzlich nur sehr wenige "Nicht-Lehrer": Dies sei darauf zurückzuführen, dass für Verwaltungsaufgaben wie Administration, Bibliotheks- oder IT-Betreuung Lehrer herangezogen werden. Der RH empfiehlt daher einmal mehr, diese Aufgaben von Verwaltungsbediensteten durchführen zu lassen - das entlaste die Pädagogen und käme noch dazu günstiger. Insgesamt seien so Einsparungen von jährlich 13 Millionen Euro möglich. (APA, 18.12.2014)

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