Immofinanz stellt Gewinn und Dividende infrage 

18. Dezember 2014, 16:57
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Die Immofinanz schlägt angesichts der Rubelkrise Alarm: Der Verfall der russischen Währung könnte die Gewinne in den kommenden Quartalen deutlicher als bisher schmälern

Wien - Wegen drohender Wertberichtigungen in Russland sei ein ausschüttungsfähiger Gewinn nicht sicher, kündigte Immofinanz-Chef Eduard Zehetner an. Es sei nicht abschätzbar, wie es weitergeht, dazu sei die Lage derzeit zu instabil und das Umfeld schwierig. Kurzfristig dürfte sich die Lage nicht dramatisch verbessern. Eine Prognose sei schwierig, weil es sich um eine rein politische Krise handle.

An einen Rückzug aus Russland, wo der Konzern über 25 Prozent seines Immobilienvermögens hat und 30 bis 35 Prozent seiner Mieteinnahmen erwirtschaftet, denkt Zehetner allerdings nicht. Die Immobilie in Russland habe die Immofinanz übrigens aus der "Vergangenheit geerbt", so Zehetner. Derzeit habe der Konzern Immobilien in Russland im Wert von 1,7 Mrd. Euro, 650 Mio. Euro seien lokal finanziert. Mittel- bis langfristig werde Russland ein wichtiger Wirtschaftsfaktor bleiben und für die Immofinanz weiterhin der wachstumsstärkste Raum in der gesamten osteuropäischen Region sein. In Moskau, wo rund 20 Millionen lebten, sei die Kaufkraft höher als in Osteuropa. In vielen Städten sei die Dichte an Einkaufszentren noch sehr gering.

Die Mieterlöse in Russland dürften im laufenden Geschäftsjahr noch um zehn Prozent zurückgehen. Damit würden die Mieten aber noch immer um 20 bis 30 Prozent pro Quadratmeter über jenen in Rumänien, Polen oder Tschechien liegen. Um den wirtschaftlichen Druck auf die Mieter zu verringern, werde man mit einigen die Mietpreise neu verhandeln. "Wir werden mit den Mietern gemeinsam die Krise bewältigen", meinte Zehetner. (cr, DER STANDARD, 18.12.2014)

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