Sporthandel als Verlierer

17. Dezember 2014, 18:34
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1,5 Prozent Minus in der Zwischenbilanz

Wien - Der Sporthandel ist der große Verlierer. Neun Prozent an Umsatz büßte die Branche in Österreich im bisherigen Weihnachtsgeschäft im Vergleich zum Vorjahr ein, errechnete die KMU Forschung im Auftrag der Wirtschaftskammer, die dafür vor allem fehlenden Schnee verantwortlich macht. Mit deutlich weniger als im Vorjahr müssen sich auch Händler rund um Schmuck und Einrichtung zufriedengeben. Einzig Drogerien und Parfümerien steigen positiv aus. Unterm Strich verbuchte der Einzelhandel bis 13. Dezember nominell und real Umsatzrückgänge von 1,5 Prozent. 36 Prozent der Betriebe erwarten für die gesamte Weihnachtsbilanz ein Minus.

Die stotternde Konjunktur, schwache Investitionen und die seit zwei Jahren anhaltende Steuerreformdebatte verunsichern Konsumenten, sagt Jutta Pemsel, stellvertretende Obfrau der Sparte Handel. Angesichts dieses Umfelds ist das Ergebnis aus ihrer Sicht immer noch "respektabel" .

Neun Prozent Wachstum

Zurückhaltend eingekauft haben die Österreicher laut KMU Forschung auch online: Nicht alle Web-Shops hätten heuer das Vorjahresniveau erreicht. Mit neun Prozent Wachstum im Dezember habe sich die Dynamik eingebremst. Wobei die Statistiken die Umsätze internationaler Internetriesen wie Amazon nicht berücksichtigen. 2013 gaben Österreichs Online-Shopper übers ganze Jahr gerechnet 5,9 Milliarden Euro aus. Die Hälfte davon floss ins Ausland ab. Entschieden werde das Weihnachtsgeschäft jedoch nach wie vor über den stationären Handel, ist Ernst Gittenberg von der KMU Forschung überzeugt.

Anders als auf Online-Plattformen haben Konsumenten in stationären Geschäften keinen gesetzlichen Anspruch auf Umtausch oder Rückgabe - was Konsumentenschutz-Verbände einmal mehr bemängeln. In der Wirtschaftskammer sieht man keinen Handlungsbedarf. Die Kulanz der Händler bei der Rückgabe ungeliebter Einkäufe sei sehr hoch. Aufgrund weniger Problemfälle und im Sinne der Deregulierung brauche es hier keine neuen Gesetze. (vk, DER STANDARD, 18.12.2014)

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