Wohnen und Energie treiben Inflation weiter an

17. Dezember 2014, 09:06
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Allgemeines Preisniveau gegenüber Oktober um 0,2 Prozent höher

Wien - Angetrieben von einem fünfprozentigen Anstieg der Wohnungsmieten innerhalb eines Jahres hat die Teuerungsrate in Österreich im November von 1,6 auf 1,7 Prozent zugelegt. Ohne Ausgaben für Wohnen, Restaurants und Hotels hätte die Inflation nur 1,1 Prozent ausgemacht, erklärte die Statistik Austria am Mittwoch.

Am Anstieg der Inflationsrate konnte auch die stärkere Verbilligung bei Treibstoffen nichts ändern. Diese kosteten im November 4,1 Prozent weniger als ein Jahr davor, im Oktober hatte die Verbilligung im Jahresabstand lediglich 3,1 Prozent betragen.

Der für die Eurozone errechnete harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) Österreichs erhöhte sich im November um 1,5 Prozent nach 1,4 Prozent im Oktober. Der Preisindex für Pensionistenhaushalte (PIPH) legte diesmal ebenso stark wie der allgemeine VPI zu, das Plus betrug erneut 1,7 Prozent.

Anstieg gegenüber Vormonat 0,2 Prozent

Im Vergleich zum Oktober lag das Preisniveau in Österreich im November um 0,2 Prozent höher. HVPI und Pensionistenpreisindex stiegen im Monatsabstand um je 0,1 Prozent.

Der typische tägliche Einkauf, der vor allem Nahrungsmittel enthält, kam im November im Jahresabstand um 1,3 Prozent teurer, im Oktober waren es 1,4 Prozent gewesen. Der wöchentliche Einkauf, bei dem auch Dienstleistungen und Sprit mitberücksichtigt sind, kostete diesmal um 0,6 (0,9) Prozent mehr, wie die Statistik Austria weiter mitteilte.

Wohnung, Wasser, Energie stärkster Preistreiber

Der Bereich Wohnung, Wasser, Energie kostete im November 1,6 Prozent mehr als ein Jahr davor und hatte isoliert betrachtet (mit +0,24 Prozentpunkten) den stärksten Einfluss auf den VPI-Anstieg. Neben Wohnungsmieten (+5,0 Prozent) kam auch die Instandhaltung von Wohnungen teurer (+1,6 Prozent). Haushaltsenergie dagegen verbilligte sich um 1,1 Prozent, darunter Heizöl um 9,7 und Strom um 0,9 Prozent; Gas kostete um 0,6 Prozent mehr, Fernwärme um 5,9 und feste Brennstoffe um 3,3 Prozent mehr.

Der Bereich Restaurants und Hotels kam um 3,2 Prozent teurer. Dabei musste für Bewirtungsdienstleistungen im Jahresabstand um 3,0 Prozent mehr gezahlt werden, für Beherbergungsdienstleistungen sogar 4,8 Prozent mehr.

Bei Freizeit und Kultur gab es im Schnitt einen 2,1-prozentigen Preisanstieg, dazu trugen vor allem Pauschalreise-Verteuerungen um 5,3 Prozent bei. Zudem verbilligten sich elektronische Geräte nur um 0,2 Prozent, im Oktober hatte der Preisrückgang gegenüber dem Vorjahr noch 2,4 Prozent ausgemacht.

Für die Teuerungen in der Ausgabengruppe "Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke" (+1,5 Prozent im Schnitt) waren die ebenfalls um 1,5 Prozent höheren Preise für Nahrungsmittel ausschlaggebend; dabei verteuerten sich Milch, Käse und Eier zusammen um 3,3 Prozent, Brot und Getreideerzeugnisse um 2,2 Prozent, Fisch um 5,7 und Gemüse um 1,7 Prozent. Fleisch und Obst waren mit +0,1 bzw. -0,2 Prozent fast preisstabil. Alkoholfreie Getränke kamen im Schnitt um 1,0 Prozent teurer, Bohnenkaffee etwa kostete um 3,4 Prozent mehr.

Bekleidung günstiger

Ausgaben für "Verkehr" kosteten lediglich um 0,4 Prozent mehr. Instandhaltung und Reparaturen privater Verkehrsmittel verteuerten sich um 3,1 Prozent. Sprit kam um ,1 (-3,1) Prozent günstiger, Heizöl kostete sogar um 9,7 Prozent weniger.

"Bekleidung und Schuhe" waren im Schnitt um 1,2 Prozent günstiger, dabei gaben die Preise für Bekleidungsartikel um 1,4 Prozent nach, und Schuhe kamen um 0,9 Prozent billiger als voriges Jahr.

Im Monatsabstand erwies sich mit +1,7 Prozent "Freizeit und Kultur" als Hauptpreistreiber, Grund waren saisonale Verteuerungen bei Pauschalreisen (+5,4 Prozent von Oktober auf November). Hauptpreisdämpfer im Monatsabstand war der "Verkehr" mit -1,0 Prozent, wobei Treibstoffe um 2,5 Prozent günstiger waren. (APA, 17.10.2014)

  • Die Inflationszahlen für November 2014.
    grafik: apa

    Die Inflationszahlen für November 2014.

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