Ex-Soldat nach Amoklauf mit sechs Toten in USA tot aufgefunden

17. Dezember 2014, 08:56
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Streit um Sorgerecht endete mit Massaker - Auch Mädchen erstochen

Philadelphia - Einen Tag nach der Tötung von sechs Familienmitgliedern im US-Staat Pennsylvania ist die Leiche des mutmaßlichen Mörders im Wald entdeckt worden. Die Polizei habe den Körper mit Stichwunden in der Nähe seines Hauses gefunden, sagte Bezirksstaatsanwältin Risa Vetri Ferman am Dienstag.

Der örtlichen Ableger des Fernsehsenders ABC berichtete, dass Bradley William Stone in Militärkleidung mit einem Schwert in seinem Bauch aufgefunden worden sei. Die Stichwaffe sei auch bei dem Morden verwendet worden.

Kinder in Sicherheit gebracht

Der 35 Jahre alte ehemalige Soldat hatte seine Ex-Frau und fünf ihrer Verwandten laut Staatsanwaltschaft nach einem Streit um das Sorgerecht für seine Kinder erschossen beziehungsweise erstochen. Rund 30 Stunden hatten Ermittler mit Hochdruck nach dem Mann gefahndet, der acht Jahre als Reservist der Marineinfanterie gedient hatte, einige Zeit davon auch im Irak.

Entgegen der Aussagen von Freunden und Nachbarn habe er nicht an posttraumatischem Stress gelitten, habe sich aber zur ärztlichen Behandlung an die US-Veteranenbehörde gewandt, berichtete die Staatsanwaltschaft. Im Sorgerechts-Streit mit seiner Ex-Frau habe er seinen Willen nicht durchsetzen können. Die zwei kleinen Kinder, die er mit der 33-Jährigen hatte, brachte er vor seiner Flucht bei Nachbarn in Sicherheit.

Die beiden Kinder hatten das Morden offenbar miterlebt. Ein Zeuge sagte dem lokalen ABC-Ableger, er habe drei oder vier Schüsse gehört. Die Kinder hätten "Mama, nein" geschrien, der Schütze habe "Wir müssen gehen" gerufen.

Schulen blieben geschlossen

"Dies ist eine schreckliche Tragödie", sagte Ferman. Unter den sechs Todesopfern ist auch ein 14 Jahre altes Mädchen, das erstochen wurde. Ihr 17-jähriger Bruder habe noch versucht, sie zu beschützen, wurde dabei schwer verletzt. Neben seiner Ex-Frau habe der Mann auch seine ehemalige Schwiegermutter und Schwieger-Großmutter umgebracht.

Spürhunde, Polizeihubschrauber und Spezialeinheiten waren im Einsatz, um den Täter festzunehmen, der als bewaffnet und gefährlich eingestuft wurde. Anrainer wurden aufgerufen, zu Hause zu bleiben und Türen zu verriegeln. Mehrere Schulen blieben am Dienstag geschlossen. Andere Schulen strichen ihre Aktivitäten im Freien. Ermittler gingen von Tür zu Tür, um Nachbarn nach Hinweisen zu fragen. "Wir sind betäubt von dem, was wir die vergangenen Tage durchstehen mussten", sagte Ferman. Sie dankte den mehr als 80 Beteiligten der Suche.

Sein im Jahr 2009 begonnener Scheidungsprozess von seiner damaligen Frau und der anschließende Streit um das Sorgerecht für die Kinder zogen sich hin, berichtete die Zeitung "Philadelphia Inquirer" unter Berufung auf Gerichtsdokumente. Noch Anfang Dezember stellte er einen Eilantrag. Eine Nachbarin der Familie beschrieb die Beziehung der Eltern als äußerst wacklig, die sich nach der Rückkehr des Mannes aus dem Irak verschlechterte. Er sei nach seiner Zeit dort ein "komplett anderer Mensch gewesen", zitierte die Zeitung die Frau. ´

Erst im September hatte der mutmaßliche Todesschütze eines Polizisten den Bundesstaat im Nordosten der USA wochenlang in Atem gehalten. Sieben Wochen suchten Ermittler fieberhaft nach dem Mann, der sich wohl wegen seines Militär-Trainings so lange erfolgreich vor den Fahndern verstecken konnte. (APA, 17.12.2014)

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