Recherche: Correctiv startet Crowdfunding-Plattform für Journalismus

16. Dezember 2014, 14:54
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Projekte zu Flüchtlingen, häuslicher Gewalt und Überwachungssoftware können zum Start unterstützt werden

Berlin - Die deutsche Recherche-Website Correctiv hat eine Plattform zur Finanzierung journalistischer Projekte gestartet. Auf crowdfunding.correctiv.org können Leser zum Start am Dienstag sechs Projekte unterstützen. Nämlich Recherchen zu Flüchtlingen, häuslicher Gewalt, Überwachungssoftware, Gefängnissen, Zahnärzten und dem "Filz" im Ruhrgebiet. Dafür sollen jeweils zwischen 2.200 und 4.500 Euro gesammelt werden.

Journalisten können Projekte einreichen

Die Finanzierung funktioniert als Crowdfunding auf Spendenbasis: Unterstützer können ihre Finanzierung als Spende geltend machen, weil Correctiv eine gemeinnützige Organisation ist. Die Technik für die Crowdfunding-Seite kommt von der Plattform Startnext. Journalisten können eigene Projekte einreichen, die dann von Correctiv geprüft werden. "Uns ist wichtig, dass eine Geschichte dem Gemeinwohl dient", sagte Projektleiter Jonathan Sachse der Deutschen Presse-Agentur.

Im Gegensatz zu anderen Crowdfunding-Plattformen will Correctiv die Projekte intensiv betreuen, sagte Sachse. "Wir garantieren, dass jede Geschichte auch wirklich abgeschlossen wird." Die Redaktion will die Journalisten unterstützen und notfalls eine Recherche fertigstellen.

Neuer Ansatz

Es gibt bereits mehrere Medienprojekte, die von vielen Unterstützern per Crowdfunding finanziert werden. Dazu zählen die Website Krautreporter oder das Recherche-Duo Crowdspondent. Dennoch sieht Correctiv einen Bedarf für eine spezielle Crowdfunding-Plattform für Journalisten. "Wir glauben, dass wir noch mal einen anderen Ansatz haben", sagte Sachse. Dazu gehörten der Fokus auf investigative Recherche, die Betreuung der Journalisten und die Gemeinnützigkeit.

Wie berichtet wurde die Plattform Correctiv im Sommer gegründet. Sie arbeitet gemeinnützig für und mit Medien. Die Finanzierung erfolgt mit drei Millionen Euro aus der Essener Brost-Stiftung. (APA, red, 16.12.2014)

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