Festtagsschlemmereien: Es muss nicht immer ungesund sein

16. Dezember 2014, 13:15
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Ernährungsexperte empfiehlt Fisch und Pute statt fettem Weihnachtsbraten sowie Obst und Bewegung zum Dessert

Graz - Schlemmen gehört zu Weihnachten einfach dazu. Aber die Festtagsleckereien müssen sich nicht unbedingt an den Hüften ansetzen und den Cholesterinspiegel in die Höhe schnellen lassen. Experten der Medizinischen Universität Graz nehmen die bevorstehenden Feiertage zum Anlass für einige Ernährungstipps: Sie raten zu Fisch, Pute und Wintergemüse aus der Region sowie Obst und Bewegung zum Dessert.

Es gibt gesunde Alternativen zu fettem Weihnachtskarpfen, Gänsebraten und zuckerrsüßem Christstollen. Es sei gar nicht so schwer, beim großen gemeinsamen Familienessen Genuss und Ernährungsbewusstsein in Einklang zu bringen, meint etwa der Adipositas-Experte Harald Mangge vom Klinischen Institut für medizinische und Chemische Labordiagnostik. Statt Leberpastete und Schinkenrolle mit Mayonnaise schmecke auch frischer Vogerlsalat mit Kern- oder Leinöl ausgezeichnet, so der Mediziner.

Fisch und Truthahn

"In Österreich sind wir umgeben von frischen saisonalen Produkten, die qualitativ hochwertig angeboten werden", so Mangge. Er empfiehlt zum Beispiel, Endiviensalat, Rettich und rote Rüben ins Festtagsmenü zu integrieren, weil sie eine ganze Reihe an Vitaminen und Ballaststoffen enthalten. Damit können zugleich das Immunsystem gestärkt und die Blutfettwerte positiv beeinflusst werden.

Damit nach dem Schlemmen nicht der Schock auf der Waage kommt, sei heimischer Fisch als Hauptgang empfehlenswert, etwa Forelle oder Saibling. Statt Gänsebraten sei Truthahnbrust ratsam: Im Gegensatz zum Gänsebraten mit 30 Gramm Fett auf 100 Gramm schlage sich bei Putenfleisch nur ein Gramm Fett zu Buche. Statt Knödeln rät Mangge zu winterlichem Kohlgemüse oder gebratenen Erdäpfeln als Beilage, die Soße aus Butter oder Schlagobers könne ebenso gut mit gekochten Kartoffeln oder Gemüsepüree eingedickt werden.

Bratapfel und Kletzenbrot

Die traditionelle süße Kalorienbombe zum Abschluss des Festessens lasse sich ebenso schmackhaft mit einem mit Zimt und Preiselbeeren veredelten Bratapfel und einem auf Vollkornmehl zubereiteten Kletzenbrot zum Kaffee ersetzen, das Ballaststoffe, Vitamine, Antioxidantien und Elektrolyte enthält. Gesund und zugleich erfrischend ist frisch zubereiteter Fruchtsalat.

Im optimalen Fall bringe eine gemeinsame Aktivität an frischer Luft die Verdauung in Schwung, stärke das Herz-Kreislaufsystem, die Lungenfunktion und die Immunabwehr: "Auch ein Schneemann baut sich wunderbar nach einem schönen Weihnachtsessen", so Mangge. Vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. (APA, 16. 12.2014)

  • Die üppige Weihnachtsgans ist beliebt, aber nicht gerade gesund.
    foto: apa/dpa/peter steffen

    Die üppige Weihnachtsgans ist beliebt, aber nicht gerade gesund.

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