Chinesische Industrie schwächelt

16. Dezember 2014, 06:53
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Erstmals seit sieben Monaten ist der HSBC/Markit-Index unter 50 Punkte gefallen. In Japan ist der Index nun bei über 52 Punkten

Peking - Chinas Industrie hat sich im Dezember wegen geringerer Auftragseingänge erstmals seit sieben Monaten rückläufig entwickelt. Der am Dienstag veröffentlichte vorläufige Einkaufsmanagerindex der Großbank HSBC und des Markit-Instituts (PMI) fiel auf 49,5 Punkte nach 50,0 im November. Volkswirte hatten im Schnitt mit 50,0 Punkten gerechnet. Ein Wert unter 50 Punkten signalisiert einen Rückgang, ein Wert über 50 Punkten dagegen Wachstum.

Der Chefvolkswirt der HSBC für China, Hongbin Qu sagte, in den kommenden Monaten sei eine weitere Lockerung der Geldpolitik erforderlich. Der Druck auf die chinesische Wirtschaft spiegelt sich auch in dem Sub-Index für neue Aufträge wider. Er betrug 49,6 Punkte, das ist der erste Rückgang seit April. Bereits in der vergangenen Woche hatte es schwache Konjunkturdaten aus der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt gegeben.

Japan nimmt etwas an Fahrt auf

Die japanische Industrie hat im Dezember indessen leicht an Fahrt aufgenommen. Der vorläufige Einkaufsmanager-Index sei zum Vormonat leicht um 0,1 auf 52,1 Punkte gestiegen, teilte das Markit-Institut am Dienstag zu seiner Unternehmensumfrage mit. Damit blieb der Index den siebten Monat in Folge oberhalb der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Das stärkte die Erwartung, dass das Land rasch aus der Rezession wieder herauskommt, in die es im dritten Quartal geraten war, Der endgültige Einkaufsmanagerindex von Markit/JMMA für Dezember wird am 5. Januar veröffentlicht.

Die japanischen Unternehmer rechnen zudem damit, dass die Verbraucherpreise binnen eines Jahres um 1,4 Prozent steigen. Das ergab eine Umfrage der Zentralbank (BOJ), die Teil des Tankan-Berichtes ist. Vor drei Monaten hatten die Unternehmer noch einen Anstieg um 1,5 Prozent erwartet. Damit wuchsen die Zweifel, dass die Notenbank das Ziel einer Inflationsrate von zwei Prozent im nächsten Haushaltsjahr erreicht. (APA, 16.12.2014)

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