Schmeck's Best 2014: Ein gans, gans tolles Jahr

Ansichtssache6. Jänner 2015, 09:00
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20 und 14 Höhe- und andere Punkte dieses Fressjahres versprach ich vollmundig - und nun fehlen noch immer 20 dieser herausragenden Ereignisse. Die erledige ich gleich mit dem ersten Eintrag in dieser Folge der Schmeck's-Jahrescharts:

foto: fid

Jubiläum des Jahres

20 wurde der Josef Floh heuer, als Paradewirt jedenfalls, damit nimmt er mir gleich einmal die fehlenden 20 ab. Und diese 20 Jahre waren naturgemäß ein Jahr lang mit Klassikern und gereiften Weinen zu feiern.

Zum Beispiel mit Floh-Ceviche (Bild), in Paradeissugo gegartem Saibling. Eine reine Freude. Wie Leber, Niere, Herz vom Hirsch und was ich in Langenlebarn sonst noch alles genossen hab.

Ach ja: Eines von zwei wichtigsten Ereignissen meines Jahres, ja meines Lebens gab's hier in Langenlebarn auch noch. Und da meine ich jetzt nicht die Gans - aber die war auch großartig.

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Schlepp des Jahres

Wer Floh sagt, muss auch Sodoma sagen. Schon wegen des gratinierten Ochsenschlepps (Bild). Und wegen der Gans sowieso. Und allem dazwischen.

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Gans, heftig

Ein bisschen rustikaler als in Tulln und Langenlebarn, aber schon sehr gut: Endlich hab' ich's zu Martini zum Reznicek geschafft in Wien-Alsergrund (Bild). Mehr dazu 2015. Heuer gab's nun wirklich schon genug Gans.

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foto: fid

Schank des Jahres

Ist das nicht eine Pracht? Das Gasthaus Popp überzeugte mich heuer, doch ab und zu den Ort Tulbingerkogel zu besuchen. Mit dieser Schank, mit nettem Service, viel Wild und der schönen Möglichkeit, sich ein Damenschnitzel zu genehmigen.

Hier serviert man Damenschnitzel

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Imbiss des Jahres

Bester Burek von Ottakring, von Wien, ja womöglich von überhaupt: Zeljo auf der Thaliastraße. Und erst der Krautstrudel!

Womöglich Wiens bester Burek

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Dürümst

Mindestens so heftig diskutiert wie der beste Bureks (und der Falafel) war die Fahndung nach Wiens bestem Dürüm. Ich fand in der Sechshauserstraße Gefallen an dieser Teigrolle aus dem Lamm - wiewohl Dürümpuristen mich dafür gewaltig schelten.

Heimat, bist du großer Döner!

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Oho - Mexiko!

Die Dürüm-Überraschung des ausklingenden Jahres freilich servierte mir die - auch hier nur temporäre - Gorilla Greisslerei in der Burggasse 6-8. Burrito mit geschmortem Rind. Aber hallo!

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Bobo des Jahres

Ungar Grill, Burggasse, 1070. Wollte schon immer wissen, wie diese Tschumse von innen aussieht. Die Wunderbare freute sich über ein Wiedersehen mit Toast Hawaii, wiewohl modernisiert, wie es hieß. Das Kürbisgulasch war mir eine Freude - kommt ja auch vom Roten Bären in 1090 Wien.

Nehmen Sie nicht die Erstbeste!

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Salat des Jahres

Und dieser Rote Bär bereichert in der Tat die Nahversorgung, jedenfalls die meine. Das Bild zeigt meinen so genannter Schickssalssalat. Mein Schicksal ist sehr rosiges Rind. Soll mir nichts Schlimmeres diagnostiziert werden.

Fleisch ist das Salat des Schicksals

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Tofu-Knacker des Jahres

Dieses lustig Ding steht hier nicht nur, damit mein angebliches Rinderschicksal nicht so alleingültig stehen bleibt. Das lustige Ding schmeckt auch hervorragend: nussiger Gomadofu im Sakai in 1090. Das sowieso zum Pflichtprogramm gehört. Leider viel zu selten zu meinem.

So bitter schmeckt des Seeigels Fernweh

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Dessert-Witz des Jahres

Ich Dilettant halte ja Sterneköche und Italien für eine gewagte Kombination - und probiere dennoch immer wieder unverzagt den Nächsten oder die Nächste. Dieser gilt als der Beste, heißt also auch größtmöglich Massimo (Bottura) und beeindruckte mich doch sehr in seiner Osteria Francescana in Modena. Nur: Das Dessert mit dem lustigen Titel "Oops - they smashed the Lemon Tarte" war mir ein bisschen zu 1980er.

Sechs Stufen besser als das Steirereck - angeblich

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Medienkantine des Jahres

Nein, nicht die neu becheften Sodexho-Outlets in der Argentinierstraße und auf dem Küniglberg. Nein, nicht die schon recht anständige Kantine am neuen "Kurier"-Standort Leopold-Ungar-Platz. Und eigentlich auch keine Medienkantine im ureigenen Sinne.

Aber L'Originale hat sich nun einmal in einer Immobilie des neuen News-Bosses Horst Pirker eingemietet, in den noch immer recht rustikalen Räumlichkeiten der Klöcher Perle in Graz, und das reicht schon für diese Schmeck's-Kategorie. Gut, günstig, nett.

Originale Klöcher Linguine

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Zeitreise des Jahres

Der Joseph Kiang sperrte wieder auf, in Ottakring, am Yppenplatz. Und als ich's endlich 2014 dorthin schaffe und Kiang den Appetizer auftischt, wähne ich mich kurz in einem komfortablen Raum-Zeit-Loch, an die 20 Jahre zurückgebeamt. Fladenbrot mit Jungzwiebel, mollig und warm und überhaupt. Nur dass Rainer Hazivar jetzt die ORF-Hauptnachrichten serviert und nicht mehr meine Ameisen auf dem Baum. Dafür isst jetzt die Wunderbare mit mir. Kein Vergleich, sag ich Ihnen.

Als Hazivar noch Ameisen auf dem Baum brachte

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Evergreen und Karpfenkrise

Das Rebhuhn in der Berggasse, eine verlässliche Bank in Sachen Nahversorgung. Und ein noch viel tieferes Raum-Zeit-Loch mit dem Salatdressing, das so an das Café Stein vor einer Ewigkeit erinnert.

Nur: Karpfen kann ich hier wirklich nicht empfehlen nach dem einen meinen heuer. Tiefgründig ist das höflichste Wortspiel, das mir dazu einfällt. Wo geht nicht mal was daneben?

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Essen mit Spa

Ja, es ist sehr, sehr schick, das Loisium in der Südsteiermark, und es wohnt sich ganz gut, wenn man es sich denn leistet. Das Essen hat mich eher nicht so hingerissen, schien mir ziemlich beliebig wie dieses Tatar. Vielleicht waren wir deshalb im Mai 2014 ziemlich allein in dem Lokal.

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Kärntner Schwein des Jahres

Am Längsee, im Georgium beileibe nicht der einzig erfreuliche Anblick. Der Waller von Gegenüber. Der ungewohnt wilde Hirsch. Und der gefrorene Waldmeister. Gut!

Wenn das Kärntner Schwein sein Bestes gibt

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Wildnis des Jahres

Wenn schon Fleisch, dann rustikal. Also: Zurück nach Ottakring, das dieses Jahr so schön begleitete. Gut, schön ist es nicht, das Zov Homola in 1160, aber in Sachen Fleisch schon gewaltig. Hier eine Kombination aus Leber und Cevapi. Wild.

Die Wildnis ruft über die Thaliastraße

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Ei des Jahres

Bleiben wir doch gleich in Ottakring, im Denis, Ecke Brunnenmarkt und Grundsteingasse. Stefan Petzner kann man hier frühstücken sehen.

Schöner noch freilich ist Menemen (Bild). Gibt Kraft für zwei Tage. Mindestens.

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Frühstück des Jahres (in den Top Ten)

Wenn aus unerfindlichen Gründen kein Menemen im Denis drin ist, kann man natürlich auch ins Marks in der Neustiftgasse. Oder, so sagt die Wunderbare, ins - etwas albern benannte - Kussmaul, ebenfalls in 1070. Ich hab's dorthin ja noch immer nicht geschafft, wiewohl der Schweinsfuß wirklich toll sein soll. Wiewohl eher nicht zum Frühstück.

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Vorfreude des Jahres

Wo wir schon beim Schweinsfuß sind (hier eine historische und nicht nur deshalb eher räudige Aufnahme aus dem Badeschiff): Christian Petz' nächstes Wirtshaus ist meine Vorfreude des Jahres. Zeit wird's für 2015. (Harald Fidler, derStandard.at, 6.1.2015)

Und wer an dieser Stelle noch kein Sodbrennen hat:

Hier geht's zum ersten Teil des Schmeck's-Jahresrückblicks - von San Sebastian bis Sankt Andrä im Sausal.

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