Das Feindbild vom privaten Vermieter

15. Dezember 2014, 16:49
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Immobilienwirtschaft wartet auf neues Wohnrecht

In der politischen Diskussion zum Thema Wohnen werde "das Feindbild vom privaten Vermieter geschürt", sagte der Präsident des Österreichischen Verbands der Immobilienwirtschaft (ÖVI), Georg Flödl, anlässlich des Jahresausblicks 2015. Man könnte meinen, "halb Österreich muss unter der Brücke schlafen", so Flödl.

Die jüngst von der SP vorgestellten Änderungen im Wohnrecht unter dem Titel Universalmietrecht seien realitätsfern und eigentumsfeindlich, weil u. a. die Wohnungslage negiert werde. Im Unterschied zur SPÖ habe sich die ÖVP noch gar nicht geäußert. Allerdings hätten die Bautensprecher im Parlament nun den Auftrag, bis März an einem "großen Wurf" zu arbeiten. Bis dahin sollte ausreichend Zeit sein, auch mit den Immobilienexperten zu diskutieren, so die ÖVI-Forderung.

Neuregelung

Mit Beginn 2015 tritt vorerst nur eine Neuregelung betreffend den Kauf von mitvermieteten Wärmeaufbereitungsgeräten wie Heizthermen, Elektroboiler etc. in Kraft. Diese fällt künftig unter die "Erhaltungspflicht des Vermieters". Sie gelte auch für alle bestehenden Mietverträge, unabhängig davon, was im Mietvertrag vereinbart wurde, sagte der ÖVI-Geschäftsführer Anton Holzapfel.

Bei einer Richtwertmietwohnung in Wien koste die Erneuerung der Therme den Vermieter den Mietzins von zwei Jahren, meinte Holzapfel. So lange brauche der Vermieter, um die Therme zu refinanzieren. Ab 2015 schreibe die EU bestimmte Brennwertthermen vor, die etwa 4000 Euro kosteten.

Politischer Kuhhandel

Die Vorgaben für die Thermenerhaltung durch den Vermieter seien nur durch einen politischen Kuhhandel möglich geworden, sagte Flödl. Im Gegenzug wurde für die Vermieter Klarheit betreffend Wohnungseigentumszubehör geschaffen: Kellerabteile, Gärten und Autoabstellplätze, die als Zubehör eindeutig einer bestimmten Wohnung zugewiesen sind, müssen nicht zwingend im Grundbuch eingetragen sein, um ihnen zu gehören. (Claudia Ruff, DER STANDARD, 15.12.2014)

  • Für die ordnungsgemäße Wartung der Therme ist der Mieter zuständig.
    foto: apa/neubauer

    Für die ordnungsgemäße Wartung der Therme ist der Mieter zuständig.

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