Steirische Fliesen Leeb insolvent

15. Dezember 2014, 16:22
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Überschuldung von rund 4,8 Millionen Euro, 30 Dienstnehmer betroffen

Graz/Klagenfurt/Brunn am Gebirge - Die Fliesen Leeb HandelsgesmbH mit Sitz in Graz und Filialen in Kärnten und NÖ ist mit einer Überschuldung von 4,7 Mio. Euro insolvent, so die Kreditschützer AKV, Creditreform und KSV. Das Sanierungsverfahren wurde am Montag am Handelsgericht Graz beantragt, eine Fortführung ist angestrebt. Betroffen sind 30 Beschäftigte. Insolvenzursache dürfte unter anderem zu starke Expansionspolitik gewesen sein.

Die Passiva belaufen sich auf rund 5,36 Mio. Euro, die Aktiva machen rund 0,6 Mio. Euro aus, was eine Überschuldung von rund 4,76 Mio. Euro ergibt. Der Großteil der Passiva entfällt auf Forderungen der Hausbank, des Finanzamtes und der Gläubiger. Der Jahresumsatz betrug zuletzt rund 7 Mio. Euro, ein Großteil davon wird im Häuslbauer-Bereich lukriert. Der Sanierungsplan in dem Verfahren ohne Eigenverwaltung sieht vor, den rund 170 Gläubigern das gesetzliche Mindestangebot von 20 Prozent binnen 24 Monaten anzubieten. Mit finanzieller Unterstützung eines Investors soll die Sanierung bewältigt werden. Zum Insolvenzverwalter wurde der Grazer Anwalt Arno Roman Lerchbaumer bestellt.

Stolperstein Expansion

Das Unternehmen - Geschäftsführer und fast ausschließlicher Gesellschafter ist Gerhard Oleschko (99,74 Prozent), auf Christian Czvitkovich entfallen 0,26 Prozent - wurde 1969 in Kärnten gegründet. Der Firmensitz des Groß- und Einzelhändlers mit keramischen Fließen, Feinsteinzeug und Glasmosaiken wurde erst 2013 von Wolfsberg nach Graz verlegt. Die Fliesen stammen vor allem aus Lohnfertigungen in Italien und in Dubai, zuletzt habe man aber auch laut AKV die Eigenproduktion forciert. Ab 2008 wollte sich das Unternehmen auf den Großhandel konzentrieren, dazu wurden in Brunn am Gebirge und Gerasdorf bei Wien Niederlassungen eröffnet. Dieses Konzept dürfte nicht aufgegangen sein, der Standort Gerasdorf wurde im vergangen Jahr wieder dichtgemacht, der Firma blieben hohe Investitionskosten.

Gleichzeitig mit dem starken Wachstum und der Neueröffnung der zwei Standorte wurden 2010 Verhandlungen mit einem Sanitärgroßhandel geführt, wobei diese Kooperation im Jahr 2012 überraschend wieder beendet worden sein soll, hieß es seitens des AKV. Die durch die Kooperation geplanten Umsätze blieben aus, die schwache Konjunktur tat ein übriges. Dazu kam der Ausfall von mehreren Großkunden durch Insolvenz.

Im Unternehmen werden 30 Dienstnehmer beschäftigt, zwölf in Wolfsberg, 8acht in Graz, sechs in Klagenfurt und vier in Brunn am Gebirge. Die Finanzlage hatte bereits in den vergangen Monaten die Reduktion des Personalstandes von 46 auf 30 erforderlich gemacht. Beabsichtigt ist, den Standort in Brunn am Gebirge zu schließen. Die Standorte in Graz, Wolfsberg und Klagenfurt sollen weitergeführt werden. (APA, 15.12.2014)

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