Chinesen sind führend im Luxuskonsum

15. Dezember 2014, 17:15
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Aufstiegsorientierte Mittelklässler treiben Secondhandmarkt für edle Marken

Wien/München - Die Frage, wer Luxus konsumiert, ist inzwischen bedeutender als die Frage, wo eingekauft wird: Der Luxusgütermarkt ist heute stark von kauffreudigen Touristen abhängig. Allen voran Chinesen, die derzeit die größte und am schnellsten wachsende Gruppe unter den Luxuskäufern sind. Bedingt durch weiter verschärfte Korruptionsgesetze gehen sie lieber im Ausland shoppen und geben dort dreimal so viel für kostspielige Dinge aus als zu Hause. Damit stoppen sie den leichten Abwärtstrend in diesem Segment, das heuer weltweit um zwei Prozent auf 223 Mrd. Euro wachsen wird (2013 plus drei Prozent). Dies geht aus der Luxury Good Worldwide Market Study hervor, die gemeinsam von Managementberater Bain & Company und dem italienischen Luxusgüterverband Fonazione Altagamma erstellt wird.

Privatflugzeuge gefragt

Nach wie vor stark gefragt sind bei der vermögenden Klientel Luxusautos. Die Umsätze hier steigen der Studie zufolge 2014 um zehn Prozent. Insbesondere in Schwellenländern gelten stattliche Straßenkarossen noch als Statussymbol. Auch das Geschäft mit Privatflugzeugen habe aufgrund der Nachfrage aus diesen Ländern um neun Prozent zulegen können.

Auch aufstiegsorientierte Käufer mit mittlerem Einkommen beflügeln das Wachstum im Segment der oberen Premiummarken sowie den Secondhandmarkt, der rund 16 Mrd. Euro ausmacht. Die Marktdurchdringung von Outlets hat sich den vergangenen Jahren nahezu verdoppelt. Der Secondhandmarkt bedrohe zwar den Verkauf von Neuware, stellt Konsumgüterexperte Josef Bing fest. Doch würden Luxusartikel so zu Dauerbrennern mit höherem Wiederverkaufspreis, was am Ende den Gesamtwert steigere. (red/DER STANDARD, 16.12.2014)

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