Nationalbibliothek: Erinnern, speichern, vermitteln

15. Dezember 2014, 16:30
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Literaturmuseum fertig, Tiefspeicher als nächstes Großprojekt

Wien - Im generalsanierten ehemaligen k. k. Hofkammerarchiv in der Wiener Johannesgasse 6 wird am 18. April 2015 ein neues Museum eröffnet, gab Johanna Rachinger, Generaldirektorin der Österreichischen Nationalbibliothek, am Montag bei der Jahrespressekonferenz ihres Hauses bekannt. Als Namenspatron des mit Geldern aus Kultur- und Wirtschaftsministerium (insgesamt 5,4 Mio. Euro) adaptierten "Literaturmuseums der Österreichischen Nationalbibliothek" firmiert Franz Grillparzer, dessen Schreibstube sich nach wie vor im zweiten Stock des Gebäudes befindet.

Neben einer Dauerausstellung auf zwei Etagen werden im "Grillparzerhaus" ab 2016 in einem weiteren Stockwerk auch Einzelausstellungen gezeigt. Nicht wie ursprünglich geplant zwei pro Jahr, sondern - nachdem die Basisabgeltung nicht erhöht werden konnte, notwendig wären zusätzliche 850.000 Euro vonseiten des Kulturressorts gewesen - nur eine. Ziel des Museums, so Rachinger, sei es, die Vielfalt der österreichischen Literatur vom Ende des 18. Jahrhunderts bis in die Gegenwart zu zeigen, wobei ein Schwerpunkt auf der Literaturvermittlung - u. a. für Schulklassen - liegen soll.

Mit dem Literaturmuseum kann die Nationalbibliothek ein lange verfolgtes Großprojekt abschließen, zudem zeigte sich Rachinger zuversichtlich, dass mit dem Bau des Büchertiefspeichers (unter dem Heldenplatz), er ist Teil des Regierungsprogramms, vor Ende der Legislaturperiode 2018 begonnen werden kann. Ausstellungsmäßig wird 2015 im Prunksaal der Nationalbibliothek u. a. des Kriegsendes 1945 gedacht. (steg, DER STANDARD, 16.12.2014)

  • Wird im neuen Literaturmuseum zu sehen sein: Heimito von Doderers Bauplan zum  "Feuer"-Kapitel der "Dämonen".
    foto: österreichische nationalbibliothek

    Wird im neuen Literaturmuseum zu sehen sein: Heimito von Doderers Bauplan zum "Feuer"-Kapitel der "Dämonen".

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