Tor-Projekt verurteilt "anonyme Trolle, die Frauen hassen"

15. Dezember 2014, 14:07
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Leiter Roger Dingledine spricht sich vehement gegen Sexismus und all jene, die "Anonymität missbrauchen", aus

Das Hauptziel des Tor-Projekts ist es, Anonymität im Netz zu fördern und damit Schutz vor Überwachung zu bieten. Diese Anonymität dürfe allerdings nicht missbraucht werden, wie Tor-Projektleiter und Netzforscher Roger Dingledine nun in einem Blogeintrag klarstellt. "Weil jemand etwas sagen darf und kann, heißt das nicht, dass wir das tolerieren sollen", so Dingledine über allzu weitflächig definierte "Meinungsfreiheit".

Gegen Zensur, Überwacher - und Trolle

Bei Tor habe man festgestellt, dass es nicht "ausreicht, gegen Überwacher und Zensur aufzutreten", vielmehr "müssen wir uns auch vor Belästigung und Verfolgung schützen", so Dingledine weiter. Grund für die Wortmeldung dürfte laut DailyDot die Belästigung einer weiblichen Mitarbeiterin bei Tor sein. Sie soll online verfolgt und beschimpft worden sein.

Solidaritätsbekundungen

Der Blogeintrag des Tor-Projektleiters wird im Netz äußert positiv aufgenommen. Zahlreiche Mitglieder und Unterstützer haben bereits ihre Solidarität ausgesprochen. Auch die Forscherin Gabrielle Coleman, die als renommierte "Anonymous"-Expertin gilt, hat Tors Klarstellung als "beste Sache, die diese Woche in der Tech-Welt passiert ist", bezeichnet. (fsc, derStandard.at, 15.12.2014)

  • Tor will anonym bleibende Sexisten in die Schranken weisen (Bild: Graffiti des französischen Straßenkünstlers Tore)
    foto: reuters/naegelen

    Tor will anonym bleibende Sexisten in die Schranken weisen (Bild: Graffiti des französischen Straßenkünstlers Tore)

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