Xiaomi wird langsam zum Smartphone-Giganten 

15. Dezember 2014, 13:45
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Der chinesische Smartphone-Hersteller könnte zum Global Player avancieren – zielt auf Entwicklungsländer

Der chinesische Smartphone-Produzent Xiaomi hat eine eindrucksvolle Bilanz für das vergangene Geschäftsjahr vorgelegt: Bei vier Milliarden Umsatz konnte der IT-Konzern einen Profit von 56 Millionen einfahren. Im Vergleich zu Apple oder Samsung sind das natürlich kleinere Brötchen - allerdings wurde das "Start-Up" Xiaomi erst 2010 und ohne Unterstützung von größeren Investoren gegründet.

Chinas Nummer Eins

Mit einer cleveren Marketing-Strategie, dem Fokus auf Services und hohe Qualität bei geringem Preis schaffte es Xiaomi, mittlerweile der Top-Hersteller in China zu sein. Eine zukunftsträchtige Position: Denn im Unterschied zu Europa und den USA kaufen in China noch viele Nutzer neue Smartphones. Mehr als 500 Millionen Geräte sollen im nächsten Jahr über den Ladentisch wandern. Auch der günstige Preis spielt in China eine größere Rolle – denn die Mobilfunker subventionieren andere Geräte nicht so stark. Sprich: In der EU und den USA sind iPhones und Samsung Galaxys "erschwinglich" für die breite Masse, da sie durch den Handyvertrag "abgezahlt" werden.

BRIC-Länder als Markt

In Entwicklungsländers bieten Mobilfunker solche Deals nicht an. Deshalb nimmt Xiaomi nun auch Indien, Brasilien und Indonesien ins Visier, also Länder mit einer ähnlichen Marktstruktur wie China selbst. So soll Xiaomi zum globalen Unternehmen werden, das neben Apple und Samsung besteht. Allerdings geht es bei Xiaomi nicht nur um das Preis-/Leistungsverhältnis: In China hat sich schon eine riesige Fangemeinde entwickelt. Der IT-Konzern lässt engagierte Kunden Produkte vorab testen, insgesamt gibt es im Xiaomi-Forum täglich 200.000 Postings.

Chinesisches Apple?

Nicht nur deshalb wird Xiaomi oft als "chinesisches Apple" bezeichnet, wie die New York Times berichtet. Der Titel rührt allerdings auch daher, dass die Produkte des Konzerns oftmals frappierend an Samsung- oder Apple-Geräte "erinnern". Zusätzlich fehlen Xiaomi oftmals noch wichtige Patente, weshalb etwa Ericsson die chinesischen Smartphones in Indien verhindern will. Das schüchtert Xiaomi allerdings nicht ein, im Gegenteil: Bald sollen auch andere Produktkategorien erobert werden. Investoren sprechen schon davon, dass der Konzern mit bis zu vierzig Milliarden Dollar bewertet werden könnte. (fsc, derStandard.at, 15.12.2014)

  • Xiaomi-Gründer Lei Jun auf einer Präsentation
    foto: reuters/lee

    Xiaomi-Gründer Lei Jun auf einer Präsentation

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