ERC-Förderpreise für zehn Nachwuchsforscher in Österreich

15. Dezember 2014, 12:02
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"Starting Grants" für fünfjährige Grundlagenforschungsprojekte mit bis zu zwei Mio. Euro dotiert

Wien - Insgesamt zehn in Österreich tätige Nachwuchsforscher erhalten heuer einen "Starting Grant" des Europäischen Forschungsrats (ERC). Das gab der ERC am Montag bekannt. Mit den mit jeweils bis zu zwei Mio. Euro dotierten Förderpreisen finanziert die EU fünfjährige Grundlagenforschungsprojekte von hervorragenden jungen Wissenschaftern.

Insgesamt wurden 328 Preisträger aus knapp 3.300 Anträgen ausgewählt. Sie erhalten eine Förderung mit einem Gesamtvolumen von 485 Mio. Euro. Die meisten "Starting Grants" gingen an Wissenschafter in Forschungseinrichtungen in Deutschland (70), gefolgt von Großbritannien (55), Frankreich (43) und Niederlande (34).

Drei Forscherinnen an der Uni Wien gefördert

Die meisten "Starting Grants" in Österreich erhielt heuer die Universität Wien. Neben den beiden bereits bekannt gegebenen Preisträgern, den beiden Lebenswissenschafterinnen Dagmar Woebken vom Department für Mikrobiologie und Ökosystemforschung und Angela Hancock vom Department für Strukturbiologie und Computational Biology, erhält mit Dagmar Wujastyk eine weitere Frau den Förderpreis. Die derzeit an der Uni Zürich tätige Spezialistin für Geschichte der südasiatischen Medizin wechselt mit ihrem Grant nach Wien und wird sich in ihrem ERC-Projekt mit der Geschichte von Yoga, Ayurveda und Alchemie in Südasien beschäftigen.

Zwei Preise für TU-Graz- Forscher

Auf zwei Förderpreise kommt die Technische Universität (TU) Graz: Stefan Freunberger vom Institut für Chemische Technologie von Materialien erhält den "Starting Grant" für seine Forschungsarbeiten im Bereich von Hochenergiebatterien. Thomas Pock vom Institut für Maschinelles Sehen und Darstellen orientiert sich bei seinen Arbeiten im Bereich Computer Vision am menschlichen Sehvermögen. Für die TU Graz sind das die ersten ERC-Förderpreise bisher. Fast hätte es noch einen dritten Grant gegeben: Die deutsche Pharmazeutin Olivia Merkel kommt aber doch nicht wie ursprünglich in Aussicht genommen nach Graz, sondern geht in die USA.

Erster Preisträger an Uni Salzburg

Über den ersten ERC-Preisträger kann sich auch die Universität Salzburg freuen: Der Psychologe Jens Blechert wird sich in seinem ERC-Projekt mit neuen Möglichkeiten zur Behandlung von Essstörungen beschäftigen. Bereits bekannt gegeben hat die Ludwig Boltzmann-Gesellschaft ihren ersten ERC-Preisträger: Florian Grebien vom Boltzmann Institut für Krebsforschung wird Entstehung und Fortschreiten von Blutkrebs untersuchen.

Förderungen auch an IST, Boku und IIASA

Am Institute of Science and Technology (IST) Austria in Klosterneuburg (NÖ) setzt Chris Wojtan in seinem "Starting Grant"-Projekt mathematische Methoden und Computergrafik ein, um etwa realistische Animationen natürlicher Phänomene zu erzeugen.

Jürgen Kleine-Vehn vom Department für Angewandte Genetik und Zellbiologie der Universität für Bodenkultur (Boku) Wien erhält einen "Starting Grant" für ein Projekt im Bereich Pflanzenforschung: Er beschäftigt sich mit Signalübertragung im endoplasmatischen Retikulum, einem Netzwerk von Kanälen in Zellen, die vom Botenstoff Auxin abhängen.

Einen weiteren ERC-Preisträger gibt es am Internationalen Institut für angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg bei Wien: Narasimha Desirazu Rao wird sich in seinem Projekt mit dem Zusammenhang zwischen "Energie und Emissionsgrenzwerten für die Bereitstellung eines angemessenen Lebensstandards für alle" beschäftigen. (APA, 15.12.2014)

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