Sydney: Uber verlangt nach Geiselnahme dreifache Tarife

15. Dezember 2014, 09:50
40 Postings

Das Unternehmen ruderte nach einem Shitstorm zurück und bot daraufhin an, Menschen kostenlos aus dem Stadtzentrum zu bringen

Sydney - Das Fahrdienstunternehmen Uber hat nach der Geiselnahme in Sydney seine Preise in der Metropole drastisch erhöht - und damit einen Sturm der Entrüstung verursacht. Kunden berichteten, für Fahrten aus der Innenstadt zum Flughafen, die normalerweise 60 Australische Dollar (39,85 Euro) kosten, hätten die Uber-Fahrer am Montag plötzlich 185 Dollar verlangt.

Twitter-Nutzer bezeichneten es als "Schande" und "armselig", dass Uber aus der Geiselnahme Kapital schlagen wollte. Erst mit aufziehendem Shitstorm ruderte das Unternehmen zurück: Plötzlich bot es an, Menschen aus dem Stadtzentrum "kostenlos sicher nach Hause zu bringen" und die zuvor kassierten Wuchertarife zurückzuzahlen. In einer ersten Reaktion hatte Uber die Preiserhöhung noch gerechtfertigt. Damit habe man mehr Fahrer bewegen wollen, in der Gegend der Geiselnahme Passagiere aufzunehmen. Je höher die Tarife, desto mehr verdienen die frei beschäftigten Uber-Chauffeure.

Es gehört zur Uber-Strategie, bei einem Mangel an Taxis die Preise zu erhöhen, um mehr Fahrer zu finden. Die Behörden in den USA haben dem schon einen Riegel vorgeschoben, wenn es zu landesweiten Notfallsituationen kommt. Wegen des Geschäftsmodells, Privatleute als Fahrer zu nutzen und durch die billigeren Tarife regulären Taxifahrern die Kunden wegzuschnappen, ist Uber hoch umstritten: In mehreren Ländern wurde der Fahrdienst bereits verboten.

Verbot in Frankreich

In Frankreich ist Ubers Mitfahrdienst UberPop nach Regierungsangabenab ab dem 1. Jänner kommenden Jahres verboten. So solle ein unfairer Wettbewerb vermieden werden, sagte ein Sprecher des Innenministeriums am Montag. Er verwies auf ein in diesem Jahr verabschiedetes Gesetz zur Regulierung der Taxi-Branche und von Fahrdiensten, das 2015 in Kraft tritt. Offenbar in Anspielung auf Uber sagte der Sprecher, es sei "nicht nur illegal, solche Dienste anzubieten, sondern es besteht für den Verbraucher auch eine echte Gefahr". So verfügten die Fahrer häufig über nicht ausreichenden Versicherungsschutz. Von Uber, dessen Sitz in San Francisco ist, war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. (APA, 15.12.2014)

  • Das Taxi-Unternehmen Uber ist mittlerweile viele Milliarden Dollar schwer.
    foto: reuters/perez

    Das Taxi-Unternehmen Uber ist mittlerweile viele Milliarden Dollar schwer.

Share if you care.