Commerzbank erhöht Preise für Firmenkunden 

14. Dezember 2014, 15:56
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Keine Strafzinsen für Private und Mittelständler geplant

Frankfurt am Main - Die Commerzbank erhöht die Preise für Firmenkunden. "Manche Dinge werden wir verteuern müssen", sagte der für das Mittelstandsgeschäft zuständige Vorstand Markus Beumer dem "Handelsblatt" (Montagausgabe).

Früher habe die Bank zum Beispiel den Zahlungsverkehr durch Erträge aus dem Einlagengeschäft subventioniert. Das gehe mit den derzeitigen niedrigen Zinsen nicht mehr. "Deshalb bleibt uns nichts anderes übrig, als mit unseren Kunden schrittweise über die Kosten unserer Transaktionspreise zu verhandeln", sagte Beumer.

Keine Strafzinsen für Privatkunden

Strafzinsen auf die Spareinlagen für Privatkunden und Mittelständler schloss Beumer aber aus. Solche Guthabengebühren soll es weiterhin nur für hohe Einlagen von Großkunden wie Konzerne und institutionellen Investoren geben. "Für uns haben die Einlagen von Privatkunden und dem Mittelstand einen viel höheren, strategischen Wert: Deren Einlagen können wir nutzen, um langfristige Kredite zu vergeben", sagte Beumer. Aus regulatorischen Gründen gelte das aber nicht für die Einlagen von institutionellen Investoren und Großunternehmen.

Die Banken selbst müssen seit September 0,2 Prozent zahlen, wenn sie überschüssiges Geld über Nacht bei der Europäischen Zentralbank (EZB) anlegen. Die EZB setzt darauf, dass die Banken das Geld lieber weiterverleihen an Unternehmen und Haushalte und die Konjunktur insbesondere in den Euro-Krisenländern ankurbeln, anstatt Strafzinsen zu zahlen.

Finanzierung von Gewerbeimmobilien

Um die Erträge zu steigern, will die Commerzbank auch wieder die Finanzierung von Gewerbeimmobilien anbieten. Als Beispiel nannte Beumer die Finanzierung von Lagerhallen. Früher wurden solche Finanzierungen von der Immobilien-Tochter Eurohypo erledigt, doch die wird seit 2012 abgewickelt. Anders als die Eurohypo wolle die Commerzbank die Finanzierung von Gewerbeimmobilien "nicht isoliert" anbieten. "Es geht um ein zusätzliches Angebot für unsere Kunden, die eine breite Geschäftsverbindung mit uns suchen."

Im Kreditgeschäft sieht Beumer vor allem bei kleinen Firmenkunden, die bisher eher von den Sparkassen betreut wurden, noch Wachstumsmöglichkeiten. "An einer Stelle gebe ich zu, dass ich Kampfkonditionen stelle. Das ist bei den Sparkassen", sagte er. Wenn er sehe, dass Konkurrenten noch zweistellige Margen verdienten und er sich mit den Kunden auf einstellige Zinssätze einige, dann könne man das als Kampfkondition ansehen - oder als Gebot der Fairness. (APA/Reuters, 14.12.2014)

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