Hoher Testosteronspiegel geht mit Appetit auf Scharfes einher

14. Dezember 2014, 15:42
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Französische Forscher stellen Querverbindung zwischen Sexualhormon und kulinarischen Vorlieben her

Grenoble - Ein hoher Testosteronspiegel korreliert bei Männern mit einem stärkeren Verlangen nach scharfen Speisen. Forscher im französischen Grenoble untersuchten bei ihrer Studie, die in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "Physiology and Behavior" erscheint, einen Zusammenhang zwischen dem männlichen Sexualhormon und der Vorliebe für scharfes Essen.

"Wie hätten Sie Ihr Püree denn gerne?"

Die Wissenschafter untersuchten dies an 114 männlichen Probanden aus Grenoble im Alter zwischen 18 und 44 Jahren. Unter dem Vorwand, sie würden für ein Unternehmen eine Verköstigung organisieren, servierten sie den Männern einen Teller Püree und stellten jeweils 50 Dosen Tabasco-Chilisauce und 80 Dosen Salz dazu. Zuvor hatten sie den Probanden eine Speichelprobe entnommen, um deren Testosteronspiegel zu messen.

Die Teilnehmer konnten selbst entscheiden, wie sie ihr Püree würzten. Nach dem Essen sollten sie die Speise bewerten und angeben, ob sie nach ihrem Geschmack beispielsweise salzig, scharf, mehlig oder cremig war. Die Auswertung ergab zum einen, dass diejenigen Männer mit einem hohen Testosteronspiegel besonders viel Tabasco in ihr Essen mischten. Einen Zusammenhang zwischen der Zugabe von Salz und dem Testosteronspiegel konnten die Forscher dagegen nicht feststellen.

Mögliche Interpretationen

Der Sozialpsychologe Laurent Begue von der Universität Pierre Mendes-France sagte, die Untersuchung bestätige andere Arbeiten, denen zufolge es einen Zusammenhang zwischen dem Testosteronspiegel und der finanziellen, sexuellen und verhaltensmäßigen Risikobereitschaft gibt. "Hier wird der Zusammenhang bei der geschmacklichen Risikobereitschaft angewandt", sagte er. Das Hormon stärke das Verlangen nach Empfindungen, sagte Begue. Menschen mit viel Testosteron gingen in vielen Bereichen ein höheres Risiko ein.

Allerdings kann das Essverhalten im Experiment auch nur die allgemeine Vorliebe widerspiegeln - und das eröffnet auch die Möglichkeit, dass der Zusammenhang umgekehrt verläuft: "Es ist auch möglich, dass der regelmäßige Verzehr von scharfen Speisen den Testosteronspiegel erhöht", fügte der Forscher hinzu. "Aber das wurde bisher nur bei Nagetieren festgestellt."

Das Sexualhormon Testosteron wurde bereits in 85.000 Studien untersucht. Der US-Wissenschafter James Dabbs nannte es das Hormon "der Helden, der Gauner und der Liebhaber". (APA/red, derStandard.at, 14. 12. 2014

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