Protestmarsch gegen Polizeigewalt in den USA

13. Dezember 2014, 20:10
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Bürger aus mehr als 20 Städten wollen sich bei Demonstration am Samstag beteiligen

New York - Bürgerrechtsorganisationen haben in den USA zu Großdemonstrationen gegen Polizeigewalt aufgerufen. In mehr als 20 Städten sollen die Bürger am Samstag zu Protestmärschen zusammenkommen - unter anderem in New York, Washington, Boston und Chicago. Übergriffe von Polizisten richten sich häufig gegen Minderheiten wie Afroamerikaner und Latinos.

Im Bostoner Vorort Cambridge, in dem die Universität Harvard beheimatet ist, kam es bereits am Freitagabend zu einer Protestveranstaltung. Demonstranten blockierten dort Medienberichten zufolge auf einem Marsch durch die Stadt an einigen Straßen den Verkehr.

In Washington marschierten mehrere Tausend Menschen unter dem Motto "Gerechtigkeit für alle" von der Innenstadt zum Kapitol. Angeführt wurden sie von Bürgerrechtler Al Sharpton und den Angehörigen mehrerer Afroamerikaner, die in der jüngsten Zeit durch Polizeigewalt ums Leben gekommen sind.

Ferguson als Auslöser

Darunter waren die Eltern des schwarzen Teenagers Michael Brown, der im August in Ferguson bei St. Louis von einem weißen Polizisten erschossen worden war. Eine Geschworenenjury hatte vor knapp drei Wochen entschieden, dass der Schütze nicht vor Gericht gestellt werde. Daran hatte sich die Welle der Proteste entzündet.

Bei einem zweiten spektakulären Fall hatte ein Polizist in New York einen Schwarzen in einen Würgegriff genommen. Der Festgenommene - ein Asthmakranker - rief mehrfach: "Ich kann nicht atmen". Kurz darauf starb er. Auch gegen diesen weißen Polizisten war keine Anklage erhoben worden. (APA, 13.12.2014)

  • Mitglieder des US-Kongresses protestierten bereits am Freitag gegen Polizeigewalt.
    foto: apa/epa/shawn thew

    Mitglieder des US-Kongresses protestierten bereits am Freitag gegen Polizeigewalt.

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