Kerry und Lawrow beraten über Ukraine-Krise

13. Dezember 2014, 08:39
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US-amerikanischer Außenminister und russischer Amtskollege wollen am Sonntag auch über den Nahost-Konflikt sprechen

Washington - US-Außenminister John Kerry wird am Sonntag in Rom mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow über aktuelle Streitfragen im Nahen Osten und im Ukraine-Konflikt beraten. Das 17. Treffen der beiden Chefdiplomaten in diesem Jahr habe den Nahen Osten zum Thema, teilte Lawrows Stellvertreter Sergej Riabkow im Voraus mit. Damit bestätigte Riabkow Angaben der US-Vize-Außenamtssprecherin Marie Harf von der Nacht auf Samstag.

Die Positionen der Regierungen in Washington und in Moskau sind in mehreren aktuellen Konflikten gegensätzlich. In der Ukraine-Krise wirft Washington der russischen Führung unter Präsident Wladimir Putin vor, die bewaffneten prorussischen Aufständischen im Osten des Landes zu unterstützen. Putin hingegen wirft dem Westen vor, seinen Einflussbereich schleichend auszuweiten und damit immer näher an die russische Grenze vorzurücken.

Waffenlieferungen

US-Präsident Barack Obama wurde vom Kongress am Donnerstag ermächtigt, an die Ukraine in größerem Umfang Waffen zu liefern.

Im Streit zwischen Israel und den Palästinensern stemmen sich die USA gegen den internationalen Trend zur vollen Anerkennung eines Palästinenserstaates.

Am Freitag sprach Kerry bereits von Bogota aus am Telefon mit Lawrow. Dabei ging es unter anderem um die Todesumstände des ranghohen Palästinenserfunktionärs Siad Abu Ein. Dieser war am Mittwoch nach einer Konfrontation mit der israelischen Armee gestorben. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon forderte von Israel eine rasche und transparente Untersuchung der Todesumstände.

Waffenruhe in der Ukraine brüchig

In der Ostukraine ist die am Dienstag vereinbarte Waffenruhe weiter brüchig. Binnen 24 Stunden seien die Positionen der ukrainischen Regierungstruppen elf Mal angegriffen worden, teilte das Militär am Samstag mit. Seit der Bekräftigung der Waffenruhe am Dienstag gab es mindestens fünf Tote auf Seiten der regierungstreuen Kämpfer.

Über der von Kiew kontrollierten südöstlichen Hafenstadt Mariupol wurde eine Drohne gesichtet. Die zivile Luftfahrtbehörde untersagte bis auf Weiteres alle Flüge zu den drei wichtigsten Flughäfen der Region.

Warum am Samstag die Verbindungen zu den Flughäfen Dnipropetrowsk, Charkiw und Saporidschia ausgesetzt wurden, blieb zunächst offen. Die zivile Luftaufsichtsbehörde führte "Sicherheitsgründe" an, ohne dies näher zu erläutern. Auch wurde kein Zeitpunkt für eine Wiederaufnahme der Flüge mitgeteilt.

Seit Beginn des prorussischen Aufstands in der Ostukraine im April sind der Gewalt inzwischen 4.634 Menschen zum Opfer gefallen, wie die UN-Nothilfeorganisation Ocha mitteilte. 10.423 Menschen wurden der Schätzung zufolge verletzt. 540.000 Menschen wurden demnach in der Ukraine zur Flucht getrieben, 570.000 weitere flüchteten ins Ausland. (APA, 13.12.2014)

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