Mindestens 17 Tote und 100 Vermisste nach Erdrutsch in Indonesien

13. Dezember 2014, 14:14
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Erdrutsch begrub in der Ortschaft Jemblung im Zentrum der Insel nahezu alle Häuser unter sich

Jakarta - Auf der indonesischen Insel Java hat ein Erdrutsch das Dorf Jemblung fast vollständig unter sich begraben und möglicherweise mehr als 100 Menschen in den Tod gerissen. Rettungskräfte bargen bis zum Samstag nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde 17 Leichen, 91 weitere Menschen wurden vermisst. Die Helfer gruben mit Schaufeln im Schlamm und Schutt nach möglichen weiteren Opfern.

Anhaltender Regen

Anhaltender Regen behinderte die Rettungsarbeiten. Der Erdrutsch wurde von heftigem Regen ausgelöst. In dem an einem Hang gelegenen Dorf Jemblung im Zentrum der Insel Java blieben nur zwei Häuser von den Erdmassen verschont. Elf Menschen überlebten das Unglück schwer verletzt.

500 Freiwillige im Einsatz

Nach Angaben eines Behördenmitarbeiters beteiligten sich 200 hauptamtliche Helfer und 500 Freiwillige an dem Rettungseinsatz. Schweres Grabungsgerät wurde ins Unglücksgebiet geschickt, um die Suche zu beschleunigen. Tausende Schaulustige behinderten allerdings den Straßenverkehr, es kam zu Staus. Außerdem war die Koordinierung des Einsatzes schwierig, weil in dem Unglücksgebiet die Telefonverbindungen nicht funktionierten. Wegen der Sorge vor neuen Erdrutschen durch anhaltenden starken Regen musste die Suche Samstagnachmittag (Ortszeit) unterbrochen werden.

Augenzeugen berichteten, wie unerwartet und gewaltig die Erdmassen über das Dorf rollten. Es habe ein "donnerndes Geräusch" gegeben, und die Erde habe gebebt, sagte eine Frau. "Ich bin gerannt, um meine Tochter auf höheres Gebiet zu bringen, und ich habe geweint, weil ich Menschen gehört habe, die von weiter unten nach Hilfe schrien." Ihr Mann und ihr 14-jähriger Sohn würden noch vermisst. Ein anderer Überlebender sagte, innerhalb von fünf Minuten seien der Boden und die Bäume von Schlamm bedeckt gewesen.

In Indonesien hat vor kurzem die Regenzeit begonnen. Nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde lebt etwa die Hälfte der 250 Millionen Einwohner des südostasiatischen Landes in Gegenden, die bei starkem Niederschlag von Erdrutschen bedroht sind. Indonesien leidet besonders häufig unter Naturkatastrophen. Aufgrund der geografischen Lage des Archipels ereignen sich dort oft Erdbeben, außerdem gibt es zahlreiche aktive Vulkane. (APA, 13.12.2014)

  • 500 Freiwillige und 200 hauptamtliche Helfer sind im Einsatz.
    foto: apa//himawan listya nugraha

    500 Freiwillige und 200 hauptamtliche Helfer sind im Einsatz.

  • Der Erdrutsch begrub beinahe das ganze Dorf unter sich.
    foto: apa/epa/gugus mandiri

    Der Erdrutsch begrub beinahe das ganze Dorf unter sich.

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