Das große Wachsen in Maria Gugging 

12. Dezember 2014, 17:00
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Thomas Henzinger, Präsident des IST Austria, blickt auf das Jahr 2014 zurück und spricht über Zukunftspläne

Wenn Thomas Henzinger über die USA spricht, gerät er zwangsläufig ins Schwärmen. An der Universität von Stanford etwa, würden viele Studenten noch vor ihrer Doktorarbeit Ideen für Unternehmensgründungen haben, sagte der Präsident des Institute of Science and Technology (IST) Austria in Maria Gugging vor Journalisten. So entsteht eine Atmosphäre gegenseitiger Inspiration - zwischen Grundlagenforschung und Wirtschaft. Eine Atmosphäre für Entrepreneurship, die es in Österreich erst zu kreieren gilt.

Das IST Austria hat deshalb bereits mit der Niederösterreichischen Wirtschaftsagentur ecoplus eine Gesellschaft für die Errichtung eines Technologieparks gegründet. Ein Areal am Campus ist dafür längst vorgesehen. Hier sollen sich Unternehmen ansiedeln können. Andererseits will man auch das Bewusstsein für Unternehmensgründungen fördern. Ein "Industrial Affiliation Program" gibt - ebenfalls nach US-amerikanischen Vorbild - Unternehmen die Gelegenheit, ihre Forscher ans IST Austria zu senden. Ein interner Gründerfonds soll Forschern, die Startups gründen wollen, eine erste kleine Finanzierungshilfe bieten.

Hohe Erfolgsrate bei ERC Grants

Henzinger zeigt sich stolz auf die Zahl der Grants des Europäischen Forschungsrats (ERC), die von IST-Austria-Forschern eingeworben wurden. 15 von 31 Professoren, die in Maria Gugging tätig sind, hatten bisher Erfolg. Henzinger, selbst Informatiker, erwähnte auch, dass sechs von sechs Informatik-Professoren Förderungen des ERC erhielten. 2014 sei ein Jahr des großen Wachstums gewesen. Durch sechs Neuberufungen seien nun insgesamt 37 Professoren unter Vertrag. Bis 2026 will man 90 bis 100 Professoren am Institut haben..

Bei den Neuberufungen ging es auch um eine thematische Verbreiterung des IST Austria. Gestartet ist das Institut mit den Themen Informatik und Biologie. MIttlerweile sehen aber auch Mathematiker und Physiker in Maria Gugging beschäftigt. Die jüngsten Berufungen: die Festkörperphysiker Johannes Fink und Georgios Katsaros sowie der Strukturbiologe Leonid Sazanov. Katsaros hatte zuletzt einen ERC Starting Grant erhalten und finanzierte sich damit seine Forschungsarbeiten an der Uni Linz - ohne Dauerstelle. Er ist der erste Wissenschafter, der vom IST Austria von einer österreichischen Uni abgeworben wurde.

2012 erhielt das Institut eine Finanzierungszusage durch das Land Niederösterreich bzw. durch das Wissenschafts- und Wirtschaftsministerium und das Finanzministerium: 1,4 Milliarden von 2017 bis 2026 sind versprochen, was aber teilweise an die Einwerbung von Drittmitteln und die Erfüllung von Qualitätskriterien gebunden ist. (pi, derStandard.at, 12.12.2014)

  • IST-Austria-Chef Thomas Henzinger will am Campus in Maria Gugging eine positive Atmosphäre für Unternehmensgründungen schaffen.
    foto: techt/apa

    IST-Austria-Chef Thomas Henzinger will am Campus in Maria Gugging eine positive Atmosphäre für Unternehmensgründungen schaffen.

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