Separatistenführer: Flaggentausch war abgesprochen

11. Dezember 2014, 15:53
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Opernstar hatte erklärt, Bedeutung der Neurussland-Fahne nicht gekannt zu haben

Donezk/St. Petersburg/Wien - Am Dienstag hat Anna Netrebko noch erklärt, ihr sei die Bedeutung der Neurussland-Flagge, die sie mit dem pro-russischen Separatistenführer Oleg Zarjow in die Kamera hielt, nicht bekannt gewesen. Am Mittwoch folgte das Dementi Zarjows: Die Überreichung der Flagge an die österreichisch-russische Operndiva sei abgesprochen gewesen, sagte er dem russischen Radiosender Russkaja Sluschba Nowostej.

Die detaillierte Ablauf der Veranstaltung sei in den letzten zwei Wochen akkordiert worden, erklärte Zarjow, der als Sprecher eines selbstausgerufenen "Parlaments von Neurussland" auftritt: "Wir hatten abgesprochen, dass wir Flaggen austauschen: Mir wird eine Roerich-Flagge übergeben, ich überreiche eine Neurussland-Flagge und bekomme die Spende", zitierte ihn Russkaja Sluschba Nowostej.

Der russische Maler und esoterisch veranlagte Philosoph Nicholaus Roerich (Nikolaj Rerich) (1874-1947) hatte sich vehement für den Schutz des kulturellen Erbes in Kriegszeiten eingesetzt. Seine Anhänger verwenden eine Flagge mit drei Punkten.

Fotos von Netrebkos Presseleuten

Oleg Zarjow erklärte zudem, dass die Fotografien der Veranstaltung von Netrebkos Presseleuten stammen. Sein eigener Pressedienst sei bei der Überreichung nicht anwesend gewesen. Gleichzeitig brachte der Separatistenführer auch seine Unterstützung für die Sängerin zum Ausdruck: Sie müsse sich weder ergeben, noch rechtfertigen, sagte er zum Radiosender: "Den Menschen ist jene Hetzjagd, die gegen sie organisiert wurde, nicht gleichgültig."

Netrebko hatte Zarjow am Wochenende in St. Petersburg eine Spende in Höhe von 15.000 Euro für das Opernhaus von Donezk im umkämpften Osten der Ukraine übergeben und mit ihm vor einer Neurussland-Fahne posiert, die ein heute umstrittenes historisches Gebiet, das den Osten und Südosten der Ukraine umfasst, symbolisiert. Es folgte ein Sturm der Entrüstung in sozialen Netzwerken, Kritik kam auch vom österreichischen Außenministerium. (APA, 11.12.2014)

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