Eierstockzysten vor den Wechseljahren mittels Ultraschall untersuchen

11. Dezember 2014, 11:27
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"Eine Zyste ist zunächst einmal kein Grund zu Beunruhigung", sagt Gynäkologin Christina Kähler - man sollte sie aber sicherheitshalber abklären lassen

Von 1.000 Eierstockzysten vor den Wechseljahren sind 999 ungefährlich und bilden sich von alleine zurück. Um sicher zu gehen, dass es sich bei einer zufällig diagnostizierten Geschwulst in den Eierstöcken nicht um ein Krebsgeschwür handelt, sollten Frauen jedoch eine vaginale Ultraschalluntersuchung durchführen lassen, rät die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM).

Zufällige Entdeckung

Wenn in den Eierstöcken einer Frau Eizellen heranreifen, bilden sich häufig auch Eierstockzysten. Gynäkologen entdecken die flüssigkeitsgefüllten Blasen meistens zufällig bei einer Vorsorgeuntersuchung, etwa durch die vaginale Tastuntersuchung, oder wenn die Frauen Beschwerden haben.

"Eine Zyste ist zunächst einmal kein Grund zu Beunruhigung", sagt Privatdozentin Christiane Kähler, Leiterin einer Schwerpunktpraxis für Pränataldiagnostik und gynäkologischen Ultraschall in Erfurt. "In der Regel verschwindet sie nach ein paar Zyklen von alleine wieder". Bei Frauen vor den Wechseljahren verberge sich nur in den seltensten Fällen ein bösartiger Tumor hinter einer Eierstockzyste, so die Expertin.

Um den Verdacht zu klären, führen Ärzte vielfach eine Blutuntersuchung auf den sogenannten Tumormarker CA-125 durch. Diesen Stoff setzen häufig Krebsgeschwulste im Eierstock frei. "Bei Frauen nach den Wechseljahren hat sich der Test als hilfreich erwiesen", erläutert Kähler. Bei jüngeren Frauen liefere er jedoch häufig falsche Ergebnisse, da auch viele gutartige Zysten CA-125 bilden, fügt die Expertin hinzu.

Dies wurde in einer Studie deutlich, die Kähler in Zusammenarbeit mit Ärzten der Jenaer Universitätsfrauenklinik in der Fachzeitschrift "Ultraschall in der Medizin" (Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2014) veröffentlicht hat. Die Wissenschaftler werteten die Daten von 1 320 Frauen aus, die wegen Eierstockzysten operiert worden waren. Bei allen Frauen hatten die Ärzte vor der Operation eine transvaginale Ultraschalluntersuchung durchgeführt, um die Zysten aus kurzer Distanz abbilden zu können.

Schwierige Untersuchung

"Die Ultraschalluntersuchung der Eierstöcke ist nicht einfach", sagt Kähler. "Doch bestimmte Muster im Ultraschallbild können auf ein Krebswachstum hindeuten." Bösartige Zysten zeichnen sich beispielsweise durch unscharfe Begrenzungen oder unregelmäßige Innenstrukturen aus.

Die drei DEGUM-zertifizierten Ärzte in Jena erkannten allein mithilfe dieser Mustererkennung 31 der 41 bösartigen Tumore, also 76 Prozent. Von den gutartigen Zysten erkannten die Ärzte 97 Prozent als solche. Mit diesen Ergebnissen übertrafen die in der Mustererkennung geübten Gynäkologen sogar den sogenannten "Risk malignancy index".

Diese Methode kombiniert den CA-125-Wert mit der Ultraschalluntersuchung. Mit ihr ließen sich in der Studie nur 54 Prozent der bösartigen und 96 Prozent der gutartigen Gewebsbildungen eindeutig identifizieren.

"Die Bestimmung des Laborwerts kann bei Frauen vor den Wechseljahren leicht Verwirrung stiften", sagt Kähler, die deshalb meist darauf verzichtet. Kähler betont, dass auch eine Ultraschalluntersuchung nicht immer alle Zweifel ausräumen kann. "In diesem Fall müssen die Gynäkologen in einer Operation die Eierstöcke freilegen und die Zysten vom Pathologen feingeweblich untersuchen lassen".

Erfahrung nötig

Die Möglichkeit im Ultraschall zwischen wahrscheinlich bösartigen und wahrscheinlich gutartigen Veränderungen des Eierstocks unterscheiden zu können, basiert somit hauptsächlich auf der Erfahrung der Untersucher.

Unklare Eierstocksveränderungen sollten demnach von geschulten Experten beurteilt werden, die über spezielle Kenntnisse, Erfahrungen und eine hochwertige Geräteausstattung für die "erweiterte gynäkologische Ultraschalldiagnostik" verfügen.

"Am Ende bleibt einigen Frauen die unbegründete Angst vor einer tödlichen Krebserkrankung sowie eine Gewebsentnahme zur Abklärung des Verdachts erspart", so Kähler. (red, derStandard.at, 11.12.2014)


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