Wiener Biologe entdeckte in freier Natur ausgestorben geglaubten Fisch wieder

11. Dezember 2014, 11:21
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Exemplar von Meeks Kärpfling bei Forschungsreise in Mexiko gefunden

Wien - Eine in freier Natur ausgestorben geglaubte Fischspezies - der sogenannte Meeks Kärpfling - ist von einem Wiener Biologen auf einer Forschungsreise in Mexiko wiederentdeckt worden. Das berichtete das Haus des Meeres in einer aktuellen Aussendung.

Michael Köck, Kurator des Zoos, fand den nach einem Wissenschafter des frühen 20. Jahrhunderts benannten Fisch in einem verunreinigten Bach. "Auch wenn dieser Bach im Moment nicht unbedingt als Traumbiotop bezeichnet werden kann, so gibt er doch Anlass zur Hoffnung, dass nach einigen Restaurierungsmaßnahmen ein längerfristiges Dasein dieser Art in freier Wildbahn möglich ist", so Köck.

Rettung stark gefährdeter Arten

Exemplare der Spezies aus der Familie der Hochland- oder Zwischenkärpflinge (Goodeidae) befanden sich eigentlich nur mehr weltweit verstreut bei wenigen Züchtern, darunter im Haus des Meeres. Dort sichert man das Überleben weiterer gefährdeter Vertreter der mexikanischen Hochlandkärpflinge, etwa des Vielschuppigen Grundkärpflings. Von diesem vormals seltensten Fisch der Welt gab es nur mehr acht Exemplare. In einem vom Haus des Meeres initiierten Zuchtbuch werden von Wien aus alle Vertreter dieser Art - derzeit rund 120 - überwacht sowie deren Nachzucht geregelt, damit ein Überleben langfristig gesichert oder vielleicht sogar eine Wiederansiedlung möglich wird.

"Beim ebenfalls in der Natur ausgestorbenen Tequila-Kärpfling sind wir dort bereits angelangt", berichteten Köck und Direktor Michael Mitic. "Da arbeitet das Haus des Meeres intensiv an einem Wiederansiedlungsprojekt mit. Der Start ist für Mitte Jänner vorgesehen." (APA/red, derStandard.at, 11.12.2014

  • Artikelbild
    foto: apa/haus des meeres/michael köck
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