Leitbörsen in Fernost werden von Chinas Konjunkturdaten ausgebremst

16. Dezember 2014, 13:29
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Chinesischer Einkaufsmanagerindex auf tiefstem Stand seit Frühjahr - ABB und Hitachi wollen Partnerschaft ausbauen

Tokio - Die Leitbörsen in Fernost waren am Dienstag weiterhin auf Sinkflug und haben mehrheitlich im Minus geschlossen. Der Nikkei-225 Index in Tokio fiel um 344,08 Zähler oder 2,01 Prozent auf 16.755,32 Punkte. Der Hang Seng Index in Hongkong verlor 357,35 Zähler (minus 1,55 Prozent) auf 22.670,50 Einheiten.

Der Shanghai Composite hingegen gewann gegen den Trend 68,10 Punkte oder 2,31 Prozent auf 3.021,52 Punkte. Die Märkte in Singapur und Sydney schlossen leichter. Der FTSE Straits Times Index schloss bei 3.215,09 Zählern mit einem Minus von 79,05 Punkten oder 2,40 Prozent. Der All Ordinaries Index in Sydney sank um 33,6 Zähler oder 0,65 Prozent auf 5.131,00 Einheiten.

Konjunkturseitig sorgte bereits am Vorabend die Befürchtung um eine rasche Leitzinserhöhung in den USA für Verluste an den europäischen und New Yorker Handelsplätzen. Nun zogen die asiatischen Börsen nach.

Außerdem standen Konjunkturdaten aus China ins Haus. Mit dem vom Bankhaus HSBC ermittelten Einkaufsmanagerindex fiel ein wichtiger Stimmungsindikator auf den tiefsten Stand seit Frühjahr. Damit verdichten sich die Anzeichen für eine weiter schwache Entwicklung der Industrie und Wirtschaft in China im kommenden Jahr. Erst am Wochenende hatte die chinesische Zentralbank eine gesenkte Prognose für 2015 abgegeben.

An der chinesischen Festlandsbörse in Shanghai sorgten schwache Konjunkturdaten für Kursgewinne. Laut Experten spekulieren die Investoren nun erst recht auf Maßnahmen der Regierung zur Ankurbelung der Wirtschaft.

Bei den Einzelwerten standen die Aktien von Insigma im Fokus - diese verloren 2,17 Prozent. Ein chinesisches Konsortium um die Gruppe Insigma bot Italiens halbstaatlichen Rüstungskonzern Finmeccanica ein verbindliches Angebot für die Bahntochter AnsaldobBreda. Dies berichtete die Mailänder Wirtschaftszeitung "Sole 24 Ore". Kein verbindliches Angebot reichte dagegen die japanische Gruppe Hitachi ein. Diese hatte im November ein unverbindliches Offert für AnsaldoBreda geboten.

An der Tokioter Börse fielen die Papiere von Hitachi 1,61 Prozent und and er Zürcher Börse gewannen die Titel von ABB 0,55 Prozent. Die Industrieriesen ABB und Hitachi wollen von der Energiewende in Japan profitieren und zusammen Hochspannungsleitungen für die Übertragung von Ökostrom aufbauen. Ein Gemeinschaftsunternehmen mit Sitz in Tokio solle der erste Schritt zu einer strategischen Partnerschaft sein. Außerdem werde eine noch intensivere Zusammenarbeit auch in anderen Bereichen geprüft.

Weiters stand vor allem der Energiesektor in Sydney angesichts der sinkenden Ölpreise weiter unter Druck. Papiere des Ölkonzerns Santos gaben um 2,55 Prozent nach. Seit Anfang September sind die Titel um mehr als 50 Prozent eingebrochen. (APA, 16.12.2014)

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