Wenn Sportler sich politisch starkmachen

10. Dezember 2014, 19:42
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Das Mantra des "unpolitischen Sports" wird nicht immer eingehalten. Fünf Beispiele

tipton eyeworks

Ereignis: Bei den Olympischen Sommerspielen 1956 färbte sich in Melbourne das Wasser blutrot, so zumindest die übertriebene Überlieferung. Ein sowjetischer Wasserballer hatte einen Ungarn mit einem Faustschlag im Gesicht verletzt. Ungarn gewann das Spiel 4:0 und sicherte sich später Gold. Der Sieg wurde ein Symbol für den Widerstand. Kurz zuvor war der ungarische Volksaufstand von sowjetischen Truppen brutal niedergeschlagen worden.

Zitat: "Wir spielten nicht für uns, sondern für unser ganzes Land."


kaotikkalm

Ereignis: Muhammad Ali, der Größte aller Zeiten, verweigert am Höhepunkt seiner Karriere 1967 den Dienst für die US-Armee im Vietnam-Krieg. Er wird verurteilt und verliert die Box-Lizenz.

Zitat: "Mein Gewissen lässt es nicht zu. Ich werde keine armen und hungrigen Menschen für ein mächtiges Amerika erschießen. Warum sollte ich sie überhaupt erschießen? Sie haben mich nie einen Nigger genannt. Sie haben mich nie gelyncht. Werft mich doch ins Gefängnis!"


christesso

Ereignis: Bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko strecken die beiden US-Sprinter Tommie Smith und John Carlos jeweils eine mit schwarzem Handschuh bekleidete Faust in den Himmel. Und zwar bei der Siegerehrung zum 200-Meter-Lauf, als Symbol gegen die Diskriminierung der afroamerikanischen Bevölkerung in den USA. Es folgten Sperren.

Zitat: "Ich bereue nichts. Wir sind dort für die Menschenrechte eingetreten."


supernews61

Ereignis: Der US-Amerikaner Nick Symmonds gewinnt bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft 2013 in Moskau Silber. Und stellt sich offen gegen die Gesetzgebung der russischen Regierung, die "homosexuelle Propaganda" unter Strafe stellt.

Zitat: "Wenn es irgendeine Möglichkeit gibt, für gleiche Rechte einzutreten, werde ich das tun, egal ob ich dafür ins Gefängnis gehe. Ich respektiere dieses Land, aber ich bin nicht mit seinen Regeln einverstanden."


lakers nation

Ereignis: Die Basketballspieler der L. A. Lakers setzen im Dezember 2014 ein Zeichen gegen Polizeigewalt. Auch Superstar Kobe Bryant trägt entgegen den NBA-Richtlinien beim Warmmachen ein schwarzes T-Shirt mit der Aufschrift "I can't breathe". Der Aufdruck erinnert an die letzten Worte von Eric Garner. Der an Asthma erkrankte US-Amerikaner war an den Folgen des Würgegriffs eines Polizisten gestorben.

Zitat: "Ich denke, dass die Schönheit unseres Landes in der Demokratie liegt. Wenn wir jemals den Mut verlieren, für Dinge einzustehen, an die wir glauben, verlieren wir die Werte, für die unser Land steht." (red, derStandard.at, 10.12.2014)

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