Wer verreist, schleppt Hausstaubmilben um die Welt

2. Jänner 2015, 12:13
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Studie verglich Populationen in Nordamerika und Südasien und fand klare Hinweise auf Verbindungen

Ann Arbor - In einem voll ausgebuchten Flugzeug zu sitzen, löst ohnehin schon bei manchem Passagier das Gefühl von Beengung aus. Dabei sind die zweibeinigen Mitreisenden laut einer neuen Studie bei weitem in der Minderzahl: Zu ihnen kommt noch eine enorme Menge winziger Spinnentiere, die die Menschen an Haut, Kleidung und Gepäck mit sich tragen - ein wenig heimeliger Gedanke.

Pavel Klimov von der Universität Michigan spricht von "Myriaden" winziger blinder Passagiere, die im Flugzeug mitreisen - unter anderem auch Hausstaubmilben (Dermatophagoides), deren Kot eine weit verbreitete Allergie auslöst. Diese 0,1 bis 0,5 Millimeter kleinen Achtbeiner werden von uns um die Welt getragen. Wie erfolgreich sie den Menschen für ihre Ausbreitung nützen, zeigen aktuelle Forschungsergebnisse, die in PLOS ONE veröffentlicht wurden.

Vom Vogel- zum Flugzeugflug

Klimov verglich Hausstaubmilben-Populationen in den USA und Südasien und fand dabei heraus, dass Milben in Pakistan die gleichen genetischen Mutationen zeigten wie ihre Verwandten in Nordamerika: Hier hat offensichtlich eine interkontinentale Wanderung stattgefunden - und möglich war sie nur durch menschliche Reisetätigkeit.

Bevor der Mensch ihnen eine perfekte Umgebung geschaffen hat, dürften die Milben, die es mindestens seit der Kreidezeit gibt, vor allem in Vogelnestern gelebt haben. Das vermutet man zumindest: Vogelnester gehören heute zu den wenigen Orten, an denen man die Milben noch abseits menschlicher Behausungen finden kann. (red, derStandard.at, 2. 1. 2015)

  • "Passenger Dermatophagoides! Last call for passenger Dermatophagoides!"
    foto: apa/epa

    "Passenger Dermatophagoides! Last call for passenger Dermatophagoides!"

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