Forscherinnen-Duo der Uni Wien erhält Millionenförderung

10. Dezember 2014, 16:30
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Dagmar Woebken und Angela Hancock arbeiten beide im Bereich der Lebenswissenschaften

Wien - Zwei Lebenswissenschafterinnen der Universität Wien wurden mit "Starting Grants" des Europäischen Forschungsrats (ERC) ausgezeichnet: Die Nachwuchsforscherinnen Dagmar Woebken vom Department für Mikrobiologie und Ökosystemforschung und Angela Hancock vom Department für Strukturbiologie und Computational Biology erhalten jeweils mit rund 1,5 Millionen Euro dotierte "Starting Grants", teilte die Uni mit.

Mit dem ERC fördert die EU seit 2007 Grundlagenforschung in Europa. Vergeben werden "Starting- und Consolidator-Grants" für Nachwuchswissenschafter und "Advanced Grants" für etablierte Forscher.

Dagmar Woebken, die am Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie in Bremen (Deutschland) ihr Doktorat absolviert hat, widmet sich in ihrem nun ausgezeichneten Forschungsprojekt den vielfältigen Mikrobengemeinschaften im Boden. Unter unterschiedlichen Umweltbedingungen sind jeweils andere Mikroorganismen aktiv. Die Wissenschafter gehen davon aus, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt nur rund 20 Prozent der Mikroben im Boden aktiv sind, der große Rest befindet sich in einer Art Ruhezustand. Welche Signale sie "aufwecken" und ihre genauen Aktivitäten in den globalen Nährstoffkreisläufen sind bisher weitgehend unbekannt. Woebken will für ausgewählte Prozesse im Boden die ruhenden Mikroorganismen identifizieren und die Mechanismen, die ihre Aktivität regulieren, entschlüsseln.

Die Evolutionsbiologin Angela Hancock, die ihren PhD an der University of Chicago abgeschlossen hat, erforscht die molekularen Grundlagen der Anpassung von Organismen an ihre Umgebung. Ihr Modellsystem stammt von den Kapverdischen Inseln, wo ursprüngliche - evolutionär unveränderte - Arabidopsis-Pflanzen wachsen, an denen sich die Anpassung an extreme Umweltbedingungen untersuchen lässt. Solche Anpassungsprozesse will Hancock im Labor nachstellen, nicht nur durch Simulation der Lebensbedingungen bestimmter Landschaften, sondern auch durch gezielte Veränderungen der Erbsubstanz. (APA, derStandard.at, 10. 12. 2014)


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